Wie ein Phoenix aus der Asche

Nicht nur in Ostwestfalen, sondern mittlerweile in ganz Basketballdeutschland, hat sich der Fall um die Westfalen Mustangs verbreitet. Es wurde zu einer öffentlichen Farce zwischen ausgenutzten Spielern und einem Verein, der vielleicht das Richtige wollte, jedoch mit den falschen Mitteln gearbeitet hat. Dennoch ist dieser Artikel nicht darauf aus, den Fall erneut zu beleuchten, sondern einem ihrer bedeutendsten Akteure etwas Licht zu geben.

Kris Douse ist mit Beginn dieser Saison ein Teil unseres Vereins geworden. Wir haben mit ihm gesprochen und ihn nicht nur zu seiner Persönlichkeit auf dem Spielfeld, sondern auch abseits des Feldes befragt und wollen euch nicht vorenthalten, was für ein beeindruckender Mensch dieser junge Mann ist. Kris wurde in Toronto (Kanada) geboren und hat bereits früh seine Leidenschaft für Basketball entdeckt. Während er zu Anfang noch viele verschiedene Sportarten wie American Football, Hockey und Leichtathletik ausgeübt hat, so fasste er mit 14 Jahren bereits den Entschluss, seinen Fokus fortan auf Basketball zu legen. Sein großer Traum war es, als professioneller Sportler nicht nur auf dem Feld ein Vorbild zu sein, sondern auch daneben. In seiner Jugend spielte er zwei Jahre an einer amerikanischen Highschool, bevor er an einer amerikanischen Universität fünf Jahre in der ersten Division der NCAA als Spieler aktiv war.

Während er auf dem Spielfeld gern ein Anführer ist und stets sein Bestes zeigen will, so ist er neben dem Feld nicht weniger aktiv. Während seiner Spielzeit am College studierte Kris Business Marketing, sein größtes Hobby ist Lernen. Hierbei bezieht er sich jedoch nicht nur auf Basketball, sondern auf Alles im Leben. Obwohl er sich vor Spielen gern mit Musik in seine eigene mentale Stimmung bringt, so liest er in seiner Freizeit auch gerne, hört sich Vorträge an und informiert sich über aktuelle politische Themen. Für ihn ist es wichtig, ein Leben lang zu lernen und mit der Zeit zu gehen. Um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: „Man darf niemals aufhören, zu lernen!“.

Nach seinem Studium wollte Kris seinen Traum als professioneller Spieler endlich verwirklichen und war in den nächsten Jahren in vielen verschiedenen Ländern beheimatet. Er spielte in Großbritannien, Island, Frankreich, der Tschechischen Republik, Bulgarien und Zypern, zumeist in den höchsten Ligen. Für ihn war nicht nur das Spielen, sondern auch das Reisen eine tolle Erfahrung, er konnte viel Lernen und sagt über sich selbst, dass er dadurch zu einem besseren Menschen geworden ist.

Doch seine größte Hürde sollte noch kommen, als er in Deutschland für die Mustangs spielte und sich in einem Land, dessen Sprache er nicht versteht, verloren geglaubt hat. Als wir ihn zu seinen Gefühlen über die Zeit gefragt haben, so wandelte sich sein Ausdruck und seine Worte wurden ernster, jedoch keinesfalls hasserfüllt. Im Gegenteil: Obwohl er die Situation als große Herausforderung empfand und ihn viele Zweifel heimgesucht haben, so gab er niemals auf. Trotz einer Zeit, in der er kein Geld für Essen hatte, in einer Flüchtlingsunterkunft leben musste und nicht wusste, ob er jemals wieder das Land verlassen würde, besann er sich auf die Worte seines Vaters, auf seine Freunde Zuhause und seine Familie. Wie hätte er aufgeben können, wenn er doch ein Vorbild ist? Also tat er das, was er immer tut: Hart arbeiten, niemals aufgeben und für das einstehen, was ihm zusteht. Abschließend sagt er über seine Vergangenheit mit den Mustangs, dass es eine der schwierigsten Zeiten seines Lebens war, aber ihm dennoch geholfen hat, zu dem Mann zu werden, der er Heute ist.

Nichtsdestotrotz ist Kris sehr glücklich darüber, nun für uns in Herford zu spielen. An dieser Stelle sei gesagt, dass er jedem seiner Mitspieler und jedem Mitglied der Organisation und des Vorstands Dankbar ist, dass man ihn hier so freundlich empfangen hat. Die Wunden vergangener Zeiten seien zwar noch nicht völlig verheilt, doch das Umfeld hier in Herford würde ihm sehr gut tun. Zum jetzigen Zeitpunkt, so sagt Kris, ist Herford genau der richtige Ort für ihn und er freut sich bereits darauf, in der Saison zu zeigen, was er kann. Er ist ein Wettkämpfer, ein Athlet und belesener Mann, aber zuallererst und zuallerletzt ist er ein Vorbild. Nichts beweist das mehr, als seine Vergangenheit. Denn trotz schwieriger Zeiten, komplizierten Entscheidungen und langen und einsamen Tagen blieb er in Deutschland, blieb sich selbst treu, und erhob sich so aus seinem Leid, wie ein Phoenix aus der Asche.

Uns bleibt nicht mehr viel übrig als zu sagen: Herzlich willkommen in Herford, Kris! Wir freuen uns auf dich, so wie du dich auf unsere Fans freust!

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