In der Ruhe liegt die Kraft

BBG1120_preview.jpegIm professionellen Sport geht so manch moralischer Wert verloren oder gerät zumindest stark in den Hintergrund. Man muss abliefern, hart arbeiten, jeden Tag, jede Einheit, jedes Spiel. Kein Wochenende während der Saison, es geht um Vor- und Nachbereitung. Verarbeitung des letzten Spiels, die Fähigkeit zu vergessen, wenn es mal nicht gut lief. Oder auch die Fähigkeit, sich an vergangene, bessere Tage zu erinnern, an die eigene Größe. Doch es gibt sie immer noch, die Spieler, die professionell arbeiten und trotzdem menschlich  nahbar sind. Unsere Nummer 21 ist so ein Mensch.

An Größe mangelt es Jan Brinkmann nicht. Mit 2.01 Meter ist er auf der großen Position Zuhause und spezialisiert auf das Spiel mit dem Rücken zum Korb. Obwohl seine Lieblingssituation, weiß der Center um seine eigene Stärke am Ring. Der Hookshot zählt ebenso zu seinem Repertoire wie sein Sprungwurf aus der Mitteldistanz.  Und auch in der Verteidigung weiß sich der austrainierte Center zu behaupten. Zusätzlich zum wöchentlichen Training mit der BBG ist Jan ebenfalls im Fitness-Studio aktiv, wo er sich und seinen Körper geformt hat und nun weiterentwickelt. Hierbei kommt es ihm stets darauf an, ruhig und besonnen an die Sache heranzugehen, denn er möchte seinen Körper zwar fordern, jedoch nicht überfordern. Diese Einstellung lässt sich lückenlos auf sein Spiel übertragen und macht ihn daher zu einem beinahe einzigartigen Spielertyp.

Er ist der Fels in der Brandung, der Ruhepunkt des Teams. Wie viele andere aus unserer Mannschaft, ist Jan in der Schule zum ersten Mal mit einem Basketball in Kontakt gekommen. Als es ihn mit 11 Jahren in den Verein zog, durchlief er in Rheda-Wiedenbrück die Jugendausbildung, eher er dann mit 17 Jahren parallel zum Seniorenbetrieb in Rheda noch in der NBBL für die Paderborn Baskets auflief. Die Erfahrung in der Nachwuchsbundesliga und der damals in der zweiten Regionalliga spielenden Mannschaft aus Rheda kommt ihm noch heute zugute; konnte er so bereits mit jungen Jahren auf hohem Niveau trainieren und spielen. Bevor er zur BBG kam, spielte Jan mehrere Jahre in Bielefeld und konnte dort sein Spiel weiter verfeinern. Die Härte, welche ihm über die Jahre hinweg nicht nur bei den Spielen, sondern auch im Training widerfuhr, ließen ihn sowohl sportlich als auch menschlich wachsen.

Der Faktor der physischen und psychischen Abhärtung scheint vernachlässigbar, doch für einen robusten und klassischen Center ist diese Fähigkeit von enormer Bedeutung. Das weiß Jan und so liebt er es, in der Defense dem Gegner die Stirn zu bieten. Er liebt den Wettbewerb, er liebt Teamplay sowie das physische Spiel. Und auch, wenn sein Spiel für manchen Zuschauer vielleicht eher unscheinbar wirkt, so sind seine Stärken aus dem Post heraus jedoch essentiell wichtig, ermöglichen sie es Spielern wie Carlbe Ervin, Karl Gronau oder Jan Behrens, außen etwas Platz zu bekommen. Jan Brinkmann ist ein wandelndes Mismatch für den Gegner. Bekommt er den Ball im Post und wird nicht gedoppelt, so erarbeitet er sich konstant hochprozentige Abschlüsse am Ring. Verteidigt man ihn hingegen mit mehr als einem Spieler und versucht, ihm seinen eigenen Abschluss zusätzlich zu erschweren, besitzt er die Fähigkeit, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Und auch in der Verteidigung gelingt ihm der Spagat zwischen enger und intensiver Verteidigung gegen seinen Gegner und dem schnellen Aushelfen seiner Mitspieler.

Betrachtet man diese Fähigkeiten, so ist Jan Brinkmann nicht nur ein klassischer und hart arbeitender Center, sondern darüber hinaus auch sehr engagiert im Team; der Fels in der Brandung eben. Doch trotz seiner professionellen Einstellung zum Spiel und zu seinem Körper vollbringt der Center das Kunststück, daneben noch Vollzeit im Consulting zu arbeiten und Zeit für seine Freunde und seine Freundin zu finden. Und als würde das nicht reichen, so bewahrt sich die Nummer 21 stets seine Menschlichkeit. In einer Welt voller Highlight-Tapes, viraler Hits und der schnellen Nummer geht er auf Nummer sicher, bleibt bodenständig, ruhig und beweist dabei stets Humor. Denn auf die Frage, was er mit einem Wunsch in der Welt ändern würde, schmunzelte Jan nur und sagte: „Niedrigere Körbe, das wäre schön. Dann könnte ich besser dunken.“

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Ein Gedanke zu „In der Ruhe liegt die Kraft“

  1. Ich verfolge schon Jahre lang diesen Jungen auf dem Basketballplatz, diese Übersicht und eises Kälte sucht seines gleichen in der regio. Allzu oft hat er sich bereits für höhere Ligen empfohlen und dabei niemals die Männer neben ihm auf dem court außer acht gelassen. MVP

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