I’m Coming Home – Die Odyssee eines Rückkehrers

Mit Freuden hat das Medienteam der BBG Herford vernommen, dass mit Lukas Manske ein bekanntes Gesicht zur neuen Saison zurück in die Werrestadt kommt. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, euch den frisch verheirateten Coach der zweiten Herrenmannschaft einmal etwas genauer vorzustellen. Bühne frei für die Odyssee eines Rückkehrers.

Im Gespräch mit Lukas fiel uns gleich zu Beginn die Freude auf, mit welcher er über sein erneutes Engagement mit der BBG sprach. Er selbst begann seine sportliche Karriere hier und durchlief die gesamte Jugendausbildung bis einschließlich der damals noch gemeldeten Liga der unter Zwanzigjährigen, in seinem Heimatverein hier an der Werre. Nach Beendigung seiner basketballerischen Grundausbildung blieb er noch eine Saison, um in der Bezirksliga selbst auf Punktejagd zu gehen, ehe es ihn nach etwas Neuem reizte. Sein Weg führte ihn in die Nachbarschaft, wo er als Trainer die Mannschaft des TV Löhne übernahm, nachdem er zunächst auch dort noch eine Saison als Spieler seine Qualitäten unter Beweis stellte.

Lukas_Manske.jpgDoch der Wechsel vom Parkett an die Seitenlinie war keine Entscheidung über Nacht, sondern ein Prozess. Lukas arbeitet gern mit Menschen und sagte uns im Gespräch, dass es für ihn beinahe nichts Schöneres gibt, als Jemandem etwas beibringen zu können. Bereits während seiner Jugend half er innerhalb der BBG Herford an verschiedenen Stellen; so coachte er zwischenzeitlich zusammen mit Julian Schütz einige Jugendmannschaften. Seine Qualität als Trainer wurde dort bereits spürbar, hatte er zusammen mit Julian den wohl prominentesten Schützling der Vereinsgeschichte unter seiner Aufsicht: Niklas Kiel.

Nach seinem Positionswechsel an die Seitenlinie brachte Lukas gleich in seiner ersten Saison frischen Wind mit nach Löhne und konnte dort die nächsten drei Jahre stets ein gutes Abschneiden seiner Mannschaft erzielen. Dies lag mit Sicherheit auch an seiner Einstellung, denn anders als viele andere im Sport ist Lukas kein Träumer. Er legt wert auf Defense, auf richtige Entscheidungen, auf Ballbewegungen und Timing. Der Detailgrad seiner Vorstellungen von gutem Basketball zeigt sich auch in seinen Resultaten. Die Defense war stets das Aushängeschild seiner Mannschaften, und die Variationen, mit welchen dem Gegner zugesetzt wurde, unterstreichen seine persönlichen Ansprüche. Er spricht von Spielern wie Jordan und Pippen, O’Neal und Bryant. Es sind die simplen Dinge, die richtig ausgeführt zum Erfolg führen. An dieses Konzept glaubt er nicht nur als Trainer, sondern Lukas lebt diese Einstellung auch als Mensch.

Wir können uns also in der kommenden Spielzeit nicht nur darauf freuen, ein bekanntes Gesicht zurück in Herford zu sehen. Er bringt erneut frischen Wind mit und ist bereits seit einigen Wochen dabei, die kommende Saison zu planen, sein Training zu strukturieren und aus Ideen Konzepte zu entwickeln. Die Herausforderungen, welche das Niveau der Oberliga bietet, in Kombination mit der Qualität des Kaders in der kommenden Spielzeit wird Fans der BBG und Freunden des Basketballs sicher ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Doch zum jetzigen Zeitpunkt freuen wir uns, mit Lukas einen weiteren Rückkehrer von seiner Odyssee durch die Welt des Basketballs zu begrüßen; auch wenn sie räumlich gesehen nicht weit weg geführt zu haben scheint.

 

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Der Weltrekordhalter

Vor vier Jahren gab es einen Spieler bei der BBG, der für harte Arbeit und Ehrgeiz bekannt war. Er war ein hervorragender Schütze und aggressiv in der Verteidigung, gab immer sein Bestes und stellte sich dabei stets in den Dienst seiner Mitspieler. Die Rolle des Verantwortlichen fiel ihm ebenso leicht wie die Rolle des unterstützenden Spielers von der Bank. Diese Fähigkeiten, gepaart mit seinem Eifer, brachten ihm sogar einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, doch dazu später mehr. Zuerst möchten wir euch  Nikola Kuga näher vorstellen.

Mit 12 Jahren begann Nikola in Belgrad (Serbien) mit dem Sport, den wir alle so ins Herz geschlossen haben. In seiner Jugend durchlief er eine fundierte Ausbildung und konnte so die Tradition des großartigen jugoslawischen Spielstils lernen und verinnerlichen.  Er sieht sich selber als ein Shooter, die Gefahr aus der Ecke, einem Garanten für Punkte, wenn die Verteidigung zu weit von ihm entfernt ist. Mit 16 Jahren entschied Nikola sich dazu, Basketball zu seiner obersten Priorität zu ernennen und von diesem Zeitpunkt an gab er stets sein Bestes, um seinen großen Vorbildern wie Drazen Petrovic nachzueifern. Und wenngleich er kein Jahrhunderttalent wie Petrovic oder Jordan besaß, so führte ihn seine vorbildliche Arbeitshaltung doch zu vielen erfolgreiche Jahre27604895_1564791683604540_2021867556_o.jpgn als Spieler. Nikola Kugas Vita ist beeindruckend: In über 20 Ländern über fünf Kontinente verteilt stand der kroatisch-serbische Shooter schon auf dem Feld und konnte dabei neben seinem basketballerischen Talent vor allem menschlich wachsen. In unserem Gespräch bekam man von Nikola den Eindruck, dass er immer zuerst den Menschen sieht und dann seinen Job. Bei all der Professionalität legte er auch zu seiner Zeit für die BBG stets Wert darauf, mit allen ein gutes Verhältnis zu wahren, eine Eigenschaft, die für einen Importspieler keine Selbstverständlichkeit darstellt. Dennoch ist er der erste europäische Profispieler, der in so vielen verschiedenen Ländern auf fünf Kontinenten unter Vertrag stand und jeweils mindestens eine Spielzeit absolviert hat.

Über seine eigenen Errungenschaften spricht er jedoch wenig, als würde der knapp zwei Meter große Guard viel mehr Zeit und Wert auf sein Umfeld legen, anstatt sich auf sein eigenes Sein zu konzentrieren. Die menschliche Nähe und das freundliche Wesen von Nikola Kuga sind Eigenschaften, die man auch zu seiner Zeit in Herford deutlich spüren konnte. Der Guard, der für die BBG Herford leider nie sein volles Potential abrufen konnte, verstand es dennoch, das Beste aus seiner Situation zu machen. Bis zum heutigen Tag ist er im Kontakt mit seinem ehemaligen Trainer und hat mit einigen Spielern des damaligen Kaders sogar eine Freundschaft aufgebaut, die Länder und sogar Kontinente überspannt. Und eines wird jeder Mensch, der Nikola Kuga kennenlernen durfte, mit Sicherheit bestätigen: Einem Weltrekordhalter zu begegnen, der statt seiner Erfolge lieber über seine Familie, seine Freizeit und die Gelegenheit zu spielen spricht, ist keine Selbstverständlichkeit.

 

 

The Show Must Go On

Im Laufe der Jahre hatte die BBG viele Spieler in ihren Reihen, welche besonders hervorstachen. Einige waren offensiv begabt, andere enorm athletisch oder aber stark in der Verteidigung. Manche waren engagierter als andere, manche couragierter. Doch es gab einige wenige, welchen man diese Eigenschaften allesamt zuschreiben konnte. Einer dieser Spieler ist noch heute im Verein tätig und wir würden ihn euch gerne etwas näher vorstellen.

Julian Schütz begann seine Basketballkarriere völlig unspektakulär in einer Schul-AG der Olof-Palme Gesamtschule. Julian, damals noch Schüler, fand Interesse am Sport und begleitete seinen Vater zu einigen Spielern der BBG Herford. Dort entdeckte der Junge offenbar seine Leidenschaft, denn er begann noch im selben Jahr selbst aktiv zu werden. Während seiner Jugend spielte er in Leopoldshöhe, doch sein enormer Ehrgeiz, gepaart mit seiner Größe und der hart erarbeiteten Athletik, ließen ihn bereits früh Luft in der ersten Mannschaft der BBG schnuppern. Obwohl Julian erstmals in einer Mannschaft für unter 16-Jährige aktive Spielpraxis sammeln konnte, wuchsen seine Leidenschaft und sein eigener Anspruch. Schon bald war er ein wichtiges Puzzlestück für unsere erste Mannschaft. Außerdem besuchte er im Zuge seines freiwilligen sozialen Jahres die Grundschulen im Kreis Herford und brachte den Kindern die Liebe zum Spiel näher.

Doch damit nicht genug. Julian entschloss sich nach seinem FSJ und mit Beginn seines Studiums, professionell spielen zu wollen. Trotz der Doppelbelastung des professionellen Trainings und dem Wunsch, sein Studium erfolgreich zu beenden, schnürte das Herforder Urgestein im Laufe seiner aktiven Zeit für einige renommierte Mannschaften seine Sneaker. So spielte er unter anderem für Bochum, Recklinghausen und sogar Herten in der ProB, wo er auch zu seinem Spitznamen kam. Schon immer für seine Athletik bekannt, ließ sich Julian auf dem Weg zum Korb nicht stoppen und schloss einen herausgespielten Fastbreak mit einem krachenden 360-Grad Dunking ab. Auch wenn der Korb aufgrund eines Foulspiels nicht zählte,  war dies doch die Geburtsstunde seines Spitznamens: The Show.

Liest man all diese herausragenden Erfolge und Leistungen, so entsteht schnell der Eindruck, dass Julian Schütz eine Person ist, der man mit Respekt und Achtung begegnen sollte. Ein Mann, der alles in die Waagschale warf und das Beste aus seinem Talent machte. Doch als wir mit ihm sprachen, wirkte er  sehr bescheiden. Während er uns über die Anstrengungen des Doppellebens als Athlet und Student berichtete, kam zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf, als würden ihn seine Erfolge verändert haben. Im Gegenteil: Julian weiß, was er erreicht hat, aber er weiß auch, dass man stets noch besser werden kann. Ganz nach seinem Motto: „Alles, was du machst, belohnt dich!“, schien er stets zu reflektieren und zu wissen, aus welchen Situationen er lernen konnte. Es ging ihm nicht um Erfolg, es ging ihm ums Besserwerden. Als Spieler wie als Mensch scheint Julian immer nur eins zu wollen: Die beste Version seiner selbst zu werden.

Diese Motivation bringt er auch mit zur BBG. Seit dieser Saison offiziell Angestellter des Vereins, versucht Julian in Zusammenarbeit mit dem Vorstand und seinem Knowhow, Basketball in Herford noch weiter voranzubringen. Seine aktive Spielzeit ermöglichte ihm Einblicke in viele Vereine und dieses Wissen gibt er nun weiter, versucht es selbst zu verwirklichen. In seinen Augen ist die BBG nicht nur sein Heimatverein, sondern pures Potential. Als wir ihn danach fragten, was genau er damit meine, lächelte er jedoch nur bescheiden und sagte, wir sollten uns überraschen lassen. Aber eins steht fest: Auf wie auch neben dem Feld ist Julian Schütz sich selbst stets treu geblieben. Und auch wenn er momentan nicht aktiv spielt, so muss die Show weitergehen, denn Stillstand bedeutet für das engagierte Arbeitstier Rückschritt.