Der Weltrekordhalter

Vor vier Jahren gab es einen Spieler bei der BBG, der für harte Arbeit und Ehrgeiz bekannt war. Er war ein hervorragender Schütze und aggressiv in der Verteidigung, gab immer sein Bestes und stellte sich dabei stets in den Dienst seiner Mitspieler. Die Rolle des Verantwortlichen fiel ihm ebenso leicht wie die Rolle des unterstützenden Spielers von der Bank. Diese Fähigkeiten, gepaart mit seinem Eifer, brachten ihm sogar einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, doch dazu später mehr. Zuerst möchten wir euch  Nikola Kuga näher vorstellen.

Mit 12 Jahren begann Nikola in Belgrad (Serbien) mit dem Sport, den wir alle so ins Herz geschlossen haben. In seiner Jugend durchlief er eine fundierte Ausbildung und konnte so die Tradition des großartigen jugoslawischen Spielstils lernen und verinnerlichen.  Er sieht sich selber als ein Shooter, die Gefahr aus der Ecke, einem Garanten für Punkte, wenn die Verteidigung zu weit von ihm entfernt ist. Mit 16 Jahren entschied Nikola sich dazu, Basketball zu seiner obersten Priorität zu ernennen und von diesem Zeitpunkt an gab er stets sein Bestes, um seinen großen Vorbildern wie Drazen Petrovic nachzueifern. Und wenngleich er kein Jahrhunderttalent wie Petrovic oder Jordan besaß, so führte ihn seine vorbildliche Arbeitshaltung doch zu vielen erfolgreiche Jahre27604895_1564791683604540_2021867556_o.jpgn als Spieler. Nikola Kugas Vita ist beeindruckend: In über 20 Ländern über fünf Kontinente verteilt stand der kroatisch-serbische Shooter schon auf dem Feld und konnte dabei neben seinem basketballerischen Talent vor allem menschlich wachsen. In unserem Gespräch bekam man von Nikola den Eindruck, dass er immer zuerst den Menschen sieht und dann seinen Job. Bei all der Professionalität legte er auch zu seiner Zeit für die BBG stets Wert darauf, mit allen ein gutes Verhältnis zu wahren, eine Eigenschaft, die für einen Importspieler keine Selbstverständlichkeit darstellt. Dennoch ist er der erste europäische Profispieler, der in so vielen verschiedenen Ländern auf fünf Kontinenten unter Vertrag stand und jeweils mindestens eine Spielzeit absolviert hat.

Über seine eigenen Errungenschaften spricht er jedoch wenig, als würde der knapp zwei Meter große Guard viel mehr Zeit und Wert auf sein Umfeld legen, anstatt sich auf sein eigenes Sein zu konzentrieren. Die menschliche Nähe und das freundliche Wesen von Nikola Kuga sind Eigenschaften, die man auch zu seiner Zeit in Herford deutlich spüren konnte. Der Guard, der für die BBG Herford leider nie sein volles Potential abrufen konnte, verstand es dennoch, das Beste aus seiner Situation zu machen. Bis zum heutigen Tag ist er im Kontakt mit seinem ehemaligen Trainer und hat mit einigen Spielern des damaligen Kaders sogar eine Freundschaft aufgebaut, die Länder und sogar Kontinente überspannt. Und eines wird jeder Mensch, der Nikola Kuga kennenlernen durfte, mit Sicherheit bestätigen: Einem Weltrekordhalter zu begegnen, der statt seiner Erfolge lieber über seine Familie, seine Freizeit und die Gelegenheit zu spielen spricht, ist keine Selbstverständlichkeit.

 

 

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The Show Must Go On

Im Laufe der Jahre hatte die BBG viele Spieler in ihren Reihen, welche besonders hervorstachen. Einige waren offensiv begabt, andere enorm athletisch oder aber stark in der Verteidigung. Manche waren engagierter als andere, manche couragierter. Doch es gab einige wenige, welchen man diese Eigenschaften allesamt zuschreiben konnte. Einer dieser Spieler ist noch heute im Verein tätig und wir würden ihn euch gerne etwas näher vorstellen.

Julian Schütz begann seine Basketballkarriere völlig unspektakulär in einer Schul-AG der Olof-Palme Gesamtschule. Julian, damals noch Schüler, fand Interesse am Sport und begleitete seinen Vater zu einigen Spielern der BBG Herford. Dort entdeckte der Junge offenbar seine Leidenschaft, denn er begann noch im selben Jahr selbst aktiv zu werden. Während seiner Jugend spielte er in Leopoldshöhe, doch sein enormer Ehrgeiz, gepaart mit seiner Größe und der hart erarbeiteten Athletik, ließen ihn bereits früh Luft in der ersten Mannschaft der BBG schnuppern. Obwohl Julian erstmals in einer Mannschaft für unter 16-Jährige aktive Spielpraxis sammeln konnte, wuchsen seine Leidenschaft und sein eigener Anspruch. Schon bald war er ein wichtiges Puzzlestück für unsere erste Mannschaft. Außerdem besuchte er im Zuge seines freiwilligen sozialen Jahres die Grundschulen im Kreis Herford und brachte den Kindern die Liebe zum Spiel näher.

Doch damit nicht genug. Julian entschloss sich nach seinem FSJ und mit Beginn seines Studiums, professionell spielen zu wollen. Trotz der Doppelbelastung des professionellen Trainings und dem Wunsch, sein Studium erfolgreich zu beenden, schnürte das Herforder Urgestein im Laufe seiner aktiven Zeit für einige renommierte Mannschaften seine Sneaker. So spielte er unter anderem für Bochum, Recklinghausen und sogar Herten in der ProB, wo er auch zu seinem Spitznamen kam. Schon immer für seine Athletik bekannt, ließ sich Julian auf dem Weg zum Korb nicht stoppen und schloss einen herausgespielten Fastbreak mit einem krachenden 360-Grad Dunking ab. Auch wenn der Korb aufgrund eines Foulspiels nicht zählte,  war dies doch die Geburtsstunde seines Spitznamens: The Show.

Liest man all diese herausragenden Erfolge und Leistungen, so entsteht schnell der Eindruck, dass Julian Schütz eine Person ist, der man mit Respekt und Achtung begegnen sollte. Ein Mann, der alles in die Waagschale warf und das Beste aus seinem Talent machte. Doch als wir mit ihm sprachen, wirkte er  sehr bescheiden. Während er uns über die Anstrengungen des Doppellebens als Athlet und Student berichtete, kam zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf, als würden ihn seine Erfolge verändert haben. Im Gegenteil: Julian weiß, was er erreicht hat, aber er weiß auch, dass man stets noch besser werden kann. Ganz nach seinem Motto: „Alles, was du machst, belohnt dich!“, schien er stets zu reflektieren und zu wissen, aus welchen Situationen er lernen konnte. Es ging ihm nicht um Erfolg, es ging ihm ums Besserwerden. Als Spieler wie als Mensch scheint Julian immer nur eins zu wollen: Die beste Version seiner selbst zu werden.

Diese Motivation bringt er auch mit zur BBG. Seit dieser Saison offiziell Angestellter des Vereins, versucht Julian in Zusammenarbeit mit dem Vorstand und seinem Knowhow, Basketball in Herford noch weiter voranzubringen. Seine aktive Spielzeit ermöglichte ihm Einblicke in viele Vereine und dieses Wissen gibt er nun weiter, versucht es selbst zu verwirklichen. In seinen Augen ist die BBG nicht nur sein Heimatverein, sondern pures Potential. Als wir ihn danach fragten, was genau er damit meine, lächelte er jedoch nur bescheiden und sagte, wir sollten uns überraschen lassen. Aber eins steht fest: Auf wie auch neben dem Feld ist Julian Schütz sich selbst stets treu geblieben. Und auch wenn er momentan nicht aktiv spielt, so muss die Show weitergehen, denn Stillstand bedeutet für das engagierte Arbeitstier Rückschritt.