Neue Horizonte

Nun ist es schon wieder soweit: Die Saison ist vorbei. Die Spieler und Verantwortlichen sind gleichermaßen zufrieden mit der zurückliegenden Spielzeit als auch voller Vorfreude auf die neue. Gleichzeitig verabschiedet sich die BBG von einem Vorstandsmitglied und Ehrenamtler, welcher von seinem Vorstandsposten ausscheidet. Wir haben uns mit diesem Mann zusammengesetzt und wollten wissen, weshalb er sich zu etwas Neuem entschließt und möchten euch Raum bieten, sich gebührend und voller Dankbarkeit von ihm zu verabschieden.

IMG_2706.JPGDer gebürtige Berliner und pensionierte Lehrer Dr. Klaus Schütz hat in seinem Leben viel erlebt. Einige dieser Erlebnisse gab er uns preis, wodurch er gleichzeitig auch deutlich werden ließ, wieso er sich so lange ehrenamtlich für die BBG engagiert hat (und dies auch weiterhin u.a. als Fotograf tun wird). Klaus war aktiver Leistungssportler und fand seine Profession in der Leichtathletik. Betrachtet man seinen Lebenslauf, so wird schnell deutlich, dass er sich stets hohe Ziele setzte und diese auch voller Ehrgeiz verfolgte. Wenngleich seine Karriere in der Leichtathletik nach seiner eigenen Aussage eher nicht vom erhofften Erfolg war, so verschrieb er sich dem Sport als solchem doch von Kindesbeinen an. In den Jahren danach war er vor allem als Bahnradsporttrainer erfolgreich. Unter seinen Schützlingen, zu denen er bis heute Kontakt hat(!), befinden sich u.a. die Deutschen Meister sowie Vize-Weltmeister Uwe Buchtmann und Michael Kötter sowie Gerhard Mandalka und Kai Ockendorf, die im Sprint, Tandem, Keirin, 1000m Zeitfahren und in der Mannschaftsverfolgung eine Menge Medaillen bei nationalen und internationalen Meisterschaften gewannen. Klaus Schütz hat aus seinen Schützlingen stets das Beste hervorgeholt. Dabei war sein Wirken an Schwerpunkten gleichermaßen breit gestreut  sowie präzise geplant und durchdacht.

Fast nebenbei wurde Klaus während seiner aktiven Laufbahn als Leistungssportler und später als Trainer ein promovierter  Erziehungswissenschaftler und unterrichtete und forschte von 1978 bis 1984 an der Universität Bielefeld als Dozent für Friedenspädagogik. Mitte der 1980er Jahre erwarb er seine Radrennsport-A-Lizenz. Er wirkte an verschiedensten Schulformen. Hierbei war es unwichtig, ob er an einer Hauptschule, Sonderschule oder wie zuletzt an einem Gymnasium tätig war. Klaus Schütz ist ein Pädagoge durch und durch! Er lebt diese Mentalität. Der Platz ist nicht ausreichend, um all seine herausragenden Leistungen zu erwähnen, seine Taten zu schildern und ihm für seinen Einsatz zu danken. Doch selten konnte man bei einem Menschen so gut erkennen, warum ihm eine Sache nicht reicht.

Klaus Schütz strebt stets das bestmögliche Ergebnis an, neue Herausforderungen reizen ihn gleichermaßen wie die Bewältigung der vorhandenen. In seinen Sportbüchern („Von ganz unten“, „Der letzte Kilometer“ und „Teamplayer“), die er nach seiner Pensionierung verfasst hat, berichtet er genau von diesem Weg und den Schwierigkeiten, welche den Protagonisten begegnen, wie die Sportler diese Widrigkeiten überwinden und letztlich erfolgreich sind. Er liebt die Herausforderungen des Lebens. Genau deshalb ist es nun für ihn an der Zeit, sich neuen, vielleicht noch unbekannten Aufgaben zu widmen. Auf zu neuen Ufern, es war eine bereichernde Zeit! Vielen Dank, Klaus!

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Heart over Height

H1 ThomasWenn man an Basketball denkt, sieht man zumeist große Spieler vor sich stehen, die unfassbar hoch springen und wahnsinnig gut dribbeln können. Dean Thomas kann wahnsinnig hoch springen (im Sportstudium über 1,90 Meter!). Dean kann wahnsinnig gut dribbeln. Dean ist 1,70 Meter groß. Nicht das, was man sich unter einem Basketballer in der vierten Liga unbedingt vorstellt. Umso beeindruckender ist sein Weg dorthin gewesen. Schon früh fand Dean Interesse am Basketball. Zunächst durchlief er in Kirchlengern seine Jugendausbildung, bevor er sich in der U18 beweisen wollte und so erstmals seinen Weg zur BBG Herford fand. Bereits in frühen Jahren spielte er in der Jugend und ersten Mannschaft von Kirchlengern und Leopoldshöhe, bevor er in Herford die Chance bekam, in der U18 Regionalliga sein Können zu beweisen. Doch das war Dean nicht genug. Frei nach seinem Motto „Hard Work makes permanent“ trainierte er mit 16 bereits in der ersten Herrenmannschaft mit und konnte so Erfahrung sammeln. Doch zurück zur Gegenwart.

Der angehende Lehrer, welcher neben dem aktiven Spielbetrieb der ersten Regionalliga West noch als Vertretungslehrer an einer Realschule, als Integrationshelfer und als Fitness-Trainer arbeitet, ist trotz der Vielzahl seiner Aufgaben bodenständig. In seiner Freizeit arbeitet er gern im Fitness-Studio an seiner Athletik und verbringt  Zeit mit seiner Freundin. Doch auf dem Feld will er attackieren, den Drive zum Korb suchen, gegen die Centerspieler der Gegner zum Abschluss kommen. Und auch wenn er manchmal dabei geblockt wird, sagt er, dies sei der Teil seines Spiels, der ihm am meisten Spaß mache. Die Zone ist der Ort, wo er sich beweisen kann, zeigen kann, dass nicht die Größe, sondern die Entschlossenheit entscheidet. Dean bezeichnet sich selbst als Glue-Guy, als Spieler, der die Mannschaft zusammenwachsen lässt. Er hilft seinen Mitspielern auf wie neben dem Feld und versucht dabei stets, ein Lächeln und den einen oder anderen lockeren Spruch parat zu haben. Spieler wie Dean sind wichtig für eine Mannschaft an Stellen, die man von außen vielleicht nicht sieht. Doch ein Team ist eine Einheit und nur durch Engagement Einzelner kann ein Kollektiv den wöchentlichen Herausforderungen gegen andere Mannschaften geschlossen entgegentreten. Dean hat diese Lektion verinnerlicht, denn als ich ihn nach seiner besten Erinnerung als Basketballer fragte, sprach er zuerst darüber, dass nicht seine Stärken als Spieler, sondern Gewinnen als Team im Kopf geblieben sind. Er sprach nicht von eigenen großen Leistungen, sondern von engen Spielen auf hohem Niveau, denn dort fühlt er sich wohl. Während unseres Gesprächs wirkte Dean sehr bescheiden, doch zu keinem Zeitpunkt unentschlossen, für seine Ansichten einzutreten. Als Spieler mit deutschem Pass und südafrikanisch-englisch-deutschen Wurzeln gelingt ihm mit seiner Einstellung ein Spagat zwischen seiner Körpergröße und seiner Spielweise, der größer nicht sein könnte. Auch wenn er für einen Basketballer mit 1,70 Meter klein erscheint, so ist es sein Auftreten mit Sicherheit nicht.

Es gibt ein Sprichwort, das Deans Einstellung perfekt zusammenfasst: „It’s not about the size of the dog in the fight; it’s about the size of the fight in the dog.” Und getreu diesem Motto arbeitet Dean hart an sich, um stets die beste Version seiner selbst zu sein. Auf wie auch neben dem Feld ist Dean das, was sich jeder Mitspieler nur wünschen kann. Er springt nach offenen Bällen, er attackiert den Korb ohne Angst, er verdient sich jede Minute auf dem Feld mit seiner Defense. Er ist der perfekte Glue-Guy. Und doch viel mehr.

Wie ein Phoenix aus der Asche

Nicht nur in Ostwestfalen, sondern mittlerweile in ganz Basketballdeutschland, hat sich der Fall um die Westfalen Mustangs verbreitet. Es wurde zu einer öffentlichen Farce zwischen ausgenutzten Spielern und einem Verein, der vielleicht das Richtige wollte, jedoch mit den falschen Mitteln gearbeitet hat. Dennoch ist dieser Artikel nicht darauf aus, den Fall erneut zu beleuchten, sondern einem ihrer bedeutendsten Akteure etwas Licht zu geben.

Kris Douse ist mit Beginn dieser Saison ein Teil unseres Vereins geworden. Wir haben mit ihm gesprochen und ihn nicht nur zu seiner Persönlichkeit auf dem Spielfeld, sondern auch abseits des Feldes befragt und wollen euch nicht vorenthalten, was für ein beeindruckender Mensch dieser junge Mann ist. Kris wurde in Toronto (Kanada) geboren und hat bereits früh seine Leidenschaft für Basketball entdeckt. Während er zu Anfang noch viele verschiedene Sportarten wie American Football, Hockey und Leichtathletik ausgeübt hat, so fasste er mit 14 Jahren bereits den Entschluss, seinen Fokus fortan auf Basketball zu legen. Sein großer Traum war es, als professioneller Sportler nicht nur auf dem Feld ein Vorbild zu sein, sondern auch daneben. In seiner Jugend spielte er zwei Jahre an einer amerikanischen Highschool, bevor er an einer amerikanischen Universität fünf Jahre in der ersten Division der NCAA als Spieler aktiv war.

Während er auf dem Spielfeld gern ein Anführer ist und stets sein Bestes zeigen will, so ist er neben dem Feld nicht weniger aktiv. Während seiner Spielzeit am College studierte Kris Business Marketing, sein größtes Hobby ist Lernen. Hierbei bezieht er sich jedoch nicht nur auf Basketball, sondern auf Alles im Leben. Obwohl er sich vor Spielen gern mit Musik in seine eigene mentale Stimmung bringt, so liest er in seiner Freizeit auch gerne, hört sich Vorträge an und informiert sich über aktuelle politische Themen. Für ihn ist es wichtig, ein Leben lang zu lernen und mit der Zeit zu gehen. Um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: „Man darf niemals aufhören, zu lernen!“.

Nach seinem Studium wollte Kris seinen Traum als professioneller Spieler endlich verwirklichen und war in den nächsten Jahren in vielen verschiedenen Ländern beheimatet. Er spielte in Großbritannien, Island, Frankreich, der Tschechischen Republik, Bulgarien und Zypern, zumeist in den höchsten Ligen. Für ihn war nicht nur das Spielen, sondern auch das Reisen eine tolle Erfahrung, er konnte viel Lernen und sagt über sich selbst, dass er dadurch zu einem besseren Menschen geworden ist.

Doch seine größte Hürde sollte noch kommen, als er in Deutschland für die Mustangs spielte und sich in einem Land, dessen Sprache er nicht versteht, verloren geglaubt hat. Als wir ihn zu seinen Gefühlen über die Zeit gefragt haben, so wandelte sich sein Ausdruck und seine Worte wurden ernster, jedoch keinesfalls hasserfüllt. Im Gegenteil: Obwohl er die Situation als große Herausforderung empfand und ihn viele Zweifel heimgesucht haben, so gab er niemals auf. Trotz einer Zeit, in der er kein Geld für Essen hatte, in einer Flüchtlingsunterkunft leben musste und nicht wusste, ob er jemals wieder das Land verlassen würde, besann er sich auf die Worte seines Vaters, auf seine Freunde Zuhause und seine Familie. Wie hätte er aufgeben können, wenn er doch ein Vorbild ist? Also tat er das, was er immer tut: Hart arbeiten, niemals aufgeben und für das einstehen, was ihm zusteht. Abschließend sagt er über seine Vergangenheit mit den Mustangs, dass es eine der schwierigsten Zeiten seines Lebens war, aber ihm dennoch geholfen hat, zu dem Mann zu werden, der er Heute ist.

Nichtsdestotrotz ist Kris sehr glücklich darüber, nun für uns in Herford zu spielen. An dieser Stelle sei gesagt, dass er jedem seiner Mitspieler und jedem Mitglied der Organisation und des Vorstands Dankbar ist, dass man ihn hier so freundlich empfangen hat. Die Wunden vergangener Zeiten seien zwar noch nicht völlig verheilt, doch das Umfeld hier in Herford würde ihm sehr gut tun. Zum jetzigen Zeitpunkt, so sagt Kris, ist Herford genau der richtige Ort für ihn und er freut sich bereits darauf, in der Saison zu zeigen, was er kann. Er ist ein Wettkämpfer, ein Athlet und belesener Mann, aber zuallererst und zuallerletzt ist er ein Vorbild. Nichts beweist das mehr, als seine Vergangenheit. Denn trotz schwieriger Zeiten, komplizierten Entscheidungen und langen und einsamen Tagen blieb er in Deutschland, blieb sich selbst treu, und erhob sich so aus seinem Leid, wie ein Phoenix aus der Asche.

Uns bleibt nicht mehr viel übrig als zu sagen: Herzlich willkommen in Herford, Kris! Wir freuen uns auf dich, so wie du dich auf unsere Fans freust!

Wie ist eigentlich…?

Wie ihr euch sicher anhand des Titels denken könnt, so ist diese Kategorie nicht darauf beschränkt, die Stärken eines Spielers oder eines Verantwortlichen unseres Vereins zu beleuchten. Im Gegenteil: Wir wollen euch hier zeigen, was die Person zu dem gemacht hat, was sie Heute ist und euch gegebenenfalls mit dem ein oder anderen Rat versorgen, welcher ihnen geholfen hat. Das Privatleben unserer Interviewpartner wird hierbei in den Vordergrund gestellt, um euch zu zeigen, wie unsere Spieler und Mitarbeiter denken und handeln.