Heart over Height

H1 ThomasWenn man an Basketball denkt, sieht man zumeist große Spieler vor sich stehen, die unfassbar hoch springen und wahnsinnig gut dribbeln können. Dean Thomas kann wahnsinnig hoch springen (im Sportstudium über 1,90 Meter!). Dean kann wahnsinnig gut dribbeln. Dean ist 1,70 Meter groß. Nicht das, was man sich unter einem Basketballer in der vierten Liga unbedingt vorstellt. Umso beeindruckender ist sein Weg dorthin gewesen. Schon früh fand Dean Interesse am Basketball. Zunächst durchlief er in Kirchlengern seine Jugendausbildung, bevor er sich in der U18 beweisen wollte und so erstmals seinen Weg zur BBG Herford fand. Bereits in frühen Jahren spielte er in der Jugend und ersten Mannschaft von Kirchlengern und Leopoldshöhe, bevor er in Herford die Chance bekam, in der U18 Regionalliga sein Können zu beweisen. Doch das war Dean nicht genug. Frei nach seinem Motto „Hard Work makes permanent“ trainierte er mit 16 bereits in der ersten Herrenmannschaft mit und konnte so Erfahrung sammeln. Doch zurück zur Gegenwart.

Der angehende Lehrer, welcher neben dem aktiven Spielbetrieb der ersten Regionalliga West noch als Vertretungslehrer an einer Realschule, als Integrationshelfer und als Fitness-Trainer arbeitet, ist trotz der Vielzahl seiner Aufgaben bodenständig. In seiner Freizeit arbeitet er gern im Fitness-Studio an seiner Athletik und verbringt  Zeit mit seiner Freundin. Doch auf dem Feld will er attackieren, den Drive zum Korb suchen, gegen die Centerspieler der Gegner zum Abschluss kommen. Und auch wenn er manchmal dabei geblockt wird, sagt er, dies sei der Teil seines Spiels, der ihm am meisten Spaß mache. Die Zone ist der Ort, wo er sich beweisen kann, zeigen kann, dass nicht die Größe, sondern die Entschlossenheit entscheidet. Dean bezeichnet sich selbst als Glue-Guy, als Spieler, der die Mannschaft zusammenwachsen lässt. Er hilft seinen Mitspielern auf wie neben dem Feld und versucht dabei stets, ein Lächeln und den einen oder anderen lockeren Spruch parat zu haben. Spieler wie Dean sind wichtig für eine Mannschaft an Stellen, die man von außen vielleicht nicht sieht. Doch ein Team ist eine Einheit und nur durch Engagement Einzelner kann ein Kollektiv den wöchentlichen Herausforderungen gegen andere Mannschaften geschlossen entgegentreten. Dean hat diese Lektion verinnerlicht, denn als ich ihn nach seiner besten Erinnerung als Basketballer fragte, sprach er zuerst darüber, dass nicht seine Stärken als Spieler, sondern Gewinnen als Team im Kopf geblieben sind. Er sprach nicht von eigenen großen Leistungen, sondern von engen Spielen auf hohem Niveau, denn dort fühlt er sich wohl. Während unseres Gesprächs wirkte Dean sehr bescheiden, doch zu keinem Zeitpunkt unentschlossen, für seine Ansichten einzutreten. Als Spieler mit deutschem Pass und südafrikanisch-englisch-deutschen Wurzeln gelingt ihm mit seiner Einstellung ein Spagat zwischen seiner Körpergröße und seiner Spielweise, der größer nicht sein könnte. Auch wenn er für einen Basketballer mit 1,70 Meter klein erscheint, so ist es sein Auftreten mit Sicherheit nicht.

Es gibt ein Sprichwort, das Deans Einstellung perfekt zusammenfasst: „It’s not about the size of the dog in the fight; it’s about the size of the fight in the dog.” Und getreu diesem Motto arbeitet Dean hart an sich, um stets die beste Version seiner selbst zu sein. Auf wie auch neben dem Feld ist Dean das, was sich jeder Mitspieler nur wünschen kann. Er springt nach offenen Bällen, er attackiert den Korb ohne Angst, er verdient sich jede Minute auf dem Feld mit seiner Defense. Er ist der perfekte Glue-Guy. Und doch viel mehr.

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Der Schöne und das Biest

Stell dir vor, es ist Samstagabend. Du warst gerade in einer Disco, in einer Oper oder bei einem unserer Heimspiele. Du gehst durch eine dunkle Gasse, es ist kalt. Der Wind weht dir um die Ohren, so laut, dass du dein eigenes Wort kaum hören kannst. Plötzlich taucht eine Gestalt aus dem Schatten aus, so nah bei dir, dass du kaum reagieren kannst. Schon ist sie weg, deine Geldbörse. Du läufst dem Dieb hinterher, doch er kennt die Gasse besser als du, ist schneller und agiler. Plötzlich erscheint ein zweiter Schatten, am Ende des Durchgangs. Er stoppt den Dieb, ringt ihn mühelos zu Boden und lässt ihn dort liegen, während er dir deine Wertsachen zurückgibt. Danach spricht er mit dunkler Stimme, dass Gotham nun sicherer sei, und entschwindet in die Nacht.

Anders als Batman ist Robin Richter eine reale Figur. Dennoch stellt der Comic-Charakter ein Vorbild für ihn dar, ein selbstentworfenes Tattoo ziert seinen muskulösen Körper. Doch anders als Batman ist Robin bodenständig, bescheiden und ehrgeizig. Der junge BWL-Student arbeitet neben dem Studium noch. Er trainiert mehrmals die Woche bei der BBG und nimmt im Kader von Will Massenburg eine wichtige Rolle ein. Robin ist kein Superheld, aber er arbeitet hart. Er arbeitet konstant. Er arbeitet immer an seinem Spiel und seiner Physis. Doch neben diesem Superhelden hat Robin Richter noch ein anders Vorbild. Eine Identifikationsperson, welche deutlich macht, wie groß die Spanne zwischen dem Robin Richter auf dem Feld und neben dem Feld ist: Seine Mutter. Nicht nur Robin, sondern auch seine fünf Geschwister wurden von ihr Alleine großgezogen. Nach seiner eigenen Aussage ist sie die stärkste Person, die er kennt.

Bevor Robin Richter damit begonnen hat, seinen Körper im Fitnessstudio zu verändern, entdeckte er Basketball als Leidenschaft. In einer Schul-AG erkannte er, wie viel Spaß ihm dieses Spiel bereitet. Mit sieben Jahren war er noch sehr jung, doch der Spaß verließ ihn nie. In seiner Jugend spielte Robin für Brackwede (zu diesem Zeitpunkt in der Regionalliga) und durchlief daraufhin in Werne und Paderborn die Jugendmannschaften. Damals noch etwas schmaler, spielte Robin als Point Guard und war bis zur U20 in Paderborn dafür verantwortlich, den Ball sicher nach vorne zu bringen. Nach seiner Jugendzeit in Paderborn, in welcher er parallel dazu auch in Brackwede im Seniorenbereich aktiv war, spielte er in Bielefeld (damals ProB), ehe er sich das Trikot der BBG Herford überzog. Schon während seiner Jugend hegte Robin Richter jedoch den Wunsch, sich nicht mehr auf dem Spielfeld von anderen herumschubsen zu lassen. Wie er selbst sagt, war er als 17-Jähriger sehr dünn. Diesen Umstand wollte er unbedingt ändern und entschied sich folglich, neben dem leistungsorientierten Basketballtraining zusätzlich Krafttraining in seinen Alltag zu integrieren. Mit Erfolg.

Doch trotz einer herausragenden Physis und einem durchgetakteten Alltag nimmt Robin sich gerne etwas Zeit, um zu zeichnen. Als Ausgleich zum Basketball und dem regelmäßigen Training im Fitnessstudio. Er entwirft eigene Figuren im Comic-Stil und entspannt, während er die letzten Details eines Entwurfs vervollständigt. Jedes Tattoo ist selbstentworfen, jedes Detail von ihm ausgearbeitet. Jeder Muskel von ihm durch hartes Training definiert, jedes bisschen Kondition erarbeitet.

Während des Gesprächs entstand der Eindruck, dass Robin Richter viele Seiten hat, die  sehr verschieden sind. In einem Moment schildert er einen Gamewinner gegen den Abstieg im Dress der BBG. Er war der Held des Moments. Ein paar Augenblicke später spricht er von Yoga und Kunst. Robin vereint all das in sich und erfüllt dabei stets seine eigenen Ansprüche. Er ist beides: Der Schöne. Und das Biest.

 

The Show Must Go On

Im Laufe der Jahre hatte die BBG viele Spieler in ihren Reihen, welche besonders hervorstachen. Einige waren offensiv begabt, andere enorm athletisch oder aber stark in der Verteidigung. Manche waren engagierter als andere, manche couragierter. Doch es gab einige wenige, welchen man diese Eigenschaften allesamt zuschreiben konnte. Einer dieser Spieler ist noch heute im Verein tätig und wir würden ihn euch gerne etwas näher vorstellen.

Julian Schütz begann seine Basketballkarriere völlig unspektakulär in einer Schul-AG der Olof-Palme Gesamtschule. Julian, damals noch Schüler, fand Interesse am Sport und begleitete seinen Vater zu einigen Spielern der BBG Herford. Dort entdeckte der Junge offenbar seine Leidenschaft, denn er begann noch im selben Jahr selbst aktiv zu werden. Während seiner Jugend spielte er in Leopoldshöhe, doch sein enormer Ehrgeiz, gepaart mit seiner Größe und der hart erarbeiteten Athletik, ließen ihn bereits früh Luft in der ersten Mannschaft der BBG schnuppern. Obwohl Julian erstmals in einer Mannschaft für unter 16-Jährige aktive Spielpraxis sammeln konnte, wuchsen seine Leidenschaft und sein eigener Anspruch. Schon bald war er ein wichtiges Puzzlestück für unsere erste Mannschaft. Außerdem besuchte er im Zuge seines freiwilligen sozialen Jahres die Grundschulen im Kreis Herford und brachte den Kindern die Liebe zum Spiel näher.

Doch damit nicht genug. Julian entschloss sich nach seinem FSJ und mit Beginn seines Studiums, professionell spielen zu wollen. Trotz der Doppelbelastung des professionellen Trainings und dem Wunsch, sein Studium erfolgreich zu beenden, schnürte das Herforder Urgestein im Laufe seiner aktiven Zeit für einige renommierte Mannschaften seine Sneaker. So spielte er unter anderem für Bochum, Recklinghausen und sogar Herten in der ProB, wo er auch zu seinem Spitznamen kam. Schon immer für seine Athletik bekannt, ließ sich Julian auf dem Weg zum Korb nicht stoppen und schloss einen herausgespielten Fastbreak mit einem krachenden 360-Grad Dunking ab. Auch wenn der Korb aufgrund eines Foulspiels nicht zählte,  war dies doch die Geburtsstunde seines Spitznamens: The Show.

Liest man all diese herausragenden Erfolge und Leistungen, so entsteht schnell der Eindruck, dass Julian Schütz eine Person ist, der man mit Respekt und Achtung begegnen sollte. Ein Mann, der alles in die Waagschale warf und das Beste aus seinem Talent machte. Doch als wir mit ihm sprachen, wirkte er  sehr bescheiden. Während er uns über die Anstrengungen des Doppellebens als Athlet und Student berichtete, kam zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf, als würden ihn seine Erfolge verändert haben. Im Gegenteil: Julian weiß, was er erreicht hat, aber er weiß auch, dass man stets noch besser werden kann. Ganz nach seinem Motto: „Alles, was du machst, belohnt dich!“, schien er stets zu reflektieren und zu wissen, aus welchen Situationen er lernen konnte. Es ging ihm nicht um Erfolg, es ging ihm ums Besserwerden. Als Spieler wie als Mensch scheint Julian immer nur eins zu wollen: Die beste Version seiner selbst zu werden.

Diese Motivation bringt er auch mit zur BBG. Seit dieser Saison offiziell Angestellter des Vereins, versucht Julian in Zusammenarbeit mit dem Vorstand und seinem Knowhow, Basketball in Herford noch weiter voranzubringen. Seine aktive Spielzeit ermöglichte ihm Einblicke in viele Vereine und dieses Wissen gibt er nun weiter, versucht es selbst zu verwirklichen. In seinen Augen ist die BBG nicht nur sein Heimatverein, sondern pures Potential. Als wir ihn danach fragten, was genau er damit meine, lächelte er jedoch nur bescheiden und sagte, wir sollten uns überraschen lassen. Aber eins steht fest: Auf wie auch neben dem Feld ist Julian Schütz sich selbst stets treu geblieben. Und auch wenn er momentan nicht aktiv spielt, so muss die Show weitergehen, denn Stillstand bedeutet für das engagierte Arbeitstier Rückschritt.

Herzlich Willkommen bei der BBG Herford!

Werte Freunde des Basketballs in Ostwestfalen, die Zeit ist reif, um euch etwas ganz Besonderes zu präsentieren: Den offiziellen Blog der BBG Herford! Wir haben uns gedacht, dass dieser Verein so viele Dinge erreicht hat, diverse Talente ausgebildet und so viele gute Spieler aus verschiedensten Ländern der Welt beheimatet hat, dass wir euch die spannenden Geschichten nicht länger vorenthalten wollen.

In diesem Blog geht es jedoch nicht nur um unsere erste Mannschaft. Es geht darum, euch einen Einblick zu gewähren und so einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Wir wollen, dass ihr unsere Spieler besser kennen lernt und wisst, wem ihr im Verein Was zu verdanken habt. Dieser Blog wird jedoch auch versuchen, etwas Licht in die Historie des Vereins zu bringen, indem wir Spieler aus vergangenen Tagen interviewen und so manch grandiose Anekdote ausleuchten werden.

In den kommenden Tagen wird hier der erste Artikel erscheinen und wir freuen uns bereits jetzt schon, eure Meinung darüber zu hören. Falls ihr Wünsche habt oder der Meinung seid, man sollte einen bestimmten Spieler oder ein bestimmtes Ereignis einmal würdigend hervorheben, so lasst es uns gerne wissen. Ansonsten wünschen wir euch schon einmal vorab viel Spaß mit diesem Blog!

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