Bemerkenswert

Herzlich Willkommen bei der BBG Herford!

Werte Freunde des Basketballs in Ostwestfalen, die Zeit ist reif, um euch etwas ganz Besonderes zu präsentieren: Den offiziellen Blog der BBG Herford! Wir haben uns gedacht, dass dieser Verein so viele Dinge erreicht hat, diverse Talente ausgebildet und so viele gute Spieler aus verschiedensten Ländern der Welt beheimatet hat, dass wir euch die spannenden Geschichten nicht länger vorenthalten wollen.

In diesem Blog geht es jedoch nicht nur um unsere erste Mannschaft. Es geht darum, euch einen Einblick zu gewähren und so einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Wir wollen, dass ihr unsere Spieler besser kennen lernt und wisst, wem ihr im Verein Was zu verdanken habt. Dieser Blog wird jedoch auch versuchen, etwas Licht in die Historie des Vereins zu bringen, indem wir Spieler aus vergangenen Tagen interviewen und so manch grandiose Anekdote ausleuchten werden.

In den kommenden Tagen wird hier der erste Artikel erscheinen und wir freuen uns bereits jetzt schon, eure Meinung darüber zu hören. Falls ihr Wünsche habt oder der Meinung seid, man sollte einen bestimmten Spieler oder ein bestimmtes Ereignis einmal würdigend hervorheben, so lasst es uns gerne wissen. Ansonsten wünschen wir euch schon einmal vorab viel Spaß mit diesem Blog!

wurf

Advertisements

I’m Coming Home – Die Odyssee eines Rückkehrers

Mit Freuden hat das Medienteam der BBG Herford vernommen, dass mit Lukas Manske ein bekanntes Gesicht zur neuen Saison zurück in die Werrestadt kommt. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, euch den frisch verheirateten Coach der zweiten Herrenmannschaft einmal etwas genauer vorzustellen. Bühne frei für die Odyssee eines Rückkehrers.

Im Gespräch mit Lukas fiel uns gleich zu Beginn die Freude auf, mit welcher er über sein erneutes Engagement mit der BBG sprach. Er selbst begann seine sportliche Karriere hier und durchlief die gesamte Jugendausbildung bis einschließlich der damals noch gemeldeten Liga der unter Zwanzigjährigen, in seinem Heimatverein hier an der Werre. Nach Beendigung seiner basketballerischen Grundausbildung blieb er noch eine Saison, um in der Bezirksliga selbst auf Punktejagd zu gehen, ehe es ihn nach etwas Neuem reizte. Sein Weg führte ihn in die Nachbarschaft, wo er als Trainer die Mannschaft des TV Löhne übernahm, nachdem er zunächst auch dort noch eine Saison als Spieler seine Qualitäten unter Beweis stellte.

Lukas_Manske.jpgDoch der Wechsel vom Parkett an die Seitenlinie war keine Entscheidung über Nacht, sondern ein Prozess. Lukas arbeitet gern mit Menschen und sagte uns im Gespräch, dass es für ihn beinahe nichts Schöneres gibt, als Jemandem etwas beibringen zu können. Bereits während seiner Jugend half er innerhalb der BBG Herford an verschiedenen Stellen; so coachte er zwischenzeitlich zusammen mit Julian Schütz einige Jugendmannschaften. Seine Qualität als Trainer wurde dort bereits spürbar, hatte er zusammen mit Julian den wohl prominentesten Schützling der Vereinsgeschichte unter seiner Aufsicht: Niklas Kiel.

Nach seinem Positionswechsel an die Seitenlinie brachte Lukas gleich in seiner ersten Saison frischen Wind mit nach Löhne und konnte dort die nächsten drei Jahre stets ein gutes Abschneiden seiner Mannschaft erzielen. Dies lag mit Sicherheit auch an seiner Einstellung, denn anders als viele andere im Sport ist Lukas kein Träumer. Er legt wert auf Defense, auf richtige Entscheidungen, auf Ballbewegungen und Timing. Der Detailgrad seiner Vorstellungen von gutem Basketball zeigt sich auch in seinen Resultaten. Die Defense war stets das Aushängeschild seiner Mannschaften, und die Variationen, mit welchen dem Gegner zugesetzt wurde, unterstreichen seine persönlichen Ansprüche. Er spricht von Spielern wie Jordan und Pippen, O’Neal und Bryant. Es sind die simplen Dinge, die richtig ausgeführt zum Erfolg führen. An dieses Konzept glaubt er nicht nur als Trainer, sondern Lukas lebt diese Einstellung auch als Mensch.

Wir können uns also in der kommenden Spielzeit nicht nur darauf freuen, ein bekanntes Gesicht zurück in Herford zu sehen. Er bringt erneut frischen Wind mit und ist bereits seit einigen Wochen dabei, die kommende Saison zu planen, sein Training zu strukturieren und aus Ideen Konzepte zu entwickeln. Die Herausforderungen, welche das Niveau der Oberliga bietet, in Kombination mit der Qualität des Kaders in der kommenden Spielzeit wird Fans der BBG und Freunden des Basketballs sicher ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Doch zum jetzigen Zeitpunkt freuen wir uns, mit Lukas einen weiteren Rückkehrer von seiner Odyssee durch die Welt des Basketballs zu begrüßen; auch wenn sie räumlich gesehen nicht weit weg geführt zu haben scheint.

 

Neue Horizonte

Nun ist es schon wieder soweit: Die Saison ist vorbei. Die Spieler und Verantwortlichen sind gleichermaßen zufrieden mit der zurückliegenden Spielzeit als auch voller Vorfreude auf die neue. Gleichzeitig verabschiedet sich die BBG von einem Vorstandsmitglied und Ehrenamtler, welcher von seinem Vorstandsposten ausscheidet. Wir haben uns mit diesem Mann zusammengesetzt und wollten wissen, weshalb er sich zu etwas Neuem entschließt und möchten euch Raum bieten, sich gebührend und voller Dankbarkeit von ihm zu verabschieden.

IMG_2706.JPGDer gebürtige Berliner und pensionierte Lehrer Dr. Klaus Schütz hat in seinem Leben viel erlebt. Einige dieser Erlebnisse gab er uns preis, wodurch er gleichzeitig auch deutlich werden ließ, wieso er sich so lange ehrenamtlich für die BBG engagiert hat (und dies auch weiterhin u.a. als Fotograf tun wird). Klaus war aktiver Leistungssportler und fand seine Profession in der Leichtathletik. Betrachtet man seinen Lebenslauf, so wird schnell deutlich, dass er sich stets hohe Ziele setzte und diese auch voller Ehrgeiz verfolgte. Wenngleich seine Karriere in der Leichtathletik nach seiner eigenen Aussage eher nicht vom erhofften Erfolg war, so verschrieb er sich dem Sport als solchem doch von Kindesbeinen an. In den Jahren danach war er vor allem als Bahnradsporttrainer erfolgreich. Unter seinen Schützlingen, zu denen er bis heute Kontakt hat(!), befinden sich u.a. die Deutschen Meister sowie Vize-Weltmeister Uwe Buchtmann und Michael Kötter sowie Gerhard Mandalka und Kai Ockendorf, die im Sprint, Tandem, Keirin, 1000m Zeitfahren und in der Mannschaftsverfolgung eine Menge Medaillen bei nationalen und internationalen Meisterschaften gewannen. Klaus Schütz hat aus seinen Schützlingen stets das Beste hervorgeholt. Dabei war sein Wirken an Schwerpunkten gleichermaßen breit gestreut  sowie präzise geplant und durchdacht.

Fast nebenbei wurde Klaus während seiner aktiven Laufbahn als Leistungssportler und später als Trainer ein promovierter  Erziehungswissenschaftler und unterrichtete und forschte von 1978 bis 1984 an der Universität Bielefeld als Dozent für Friedenspädagogik. Mitte der 1980er Jahre erwarb er seine Radrennsport-A-Lizenz. Er wirkte an verschiedensten Schulformen. Hierbei war es unwichtig, ob er an einer Hauptschule, Sonderschule oder wie zuletzt an einem Gymnasium tätig war. Klaus Schütz ist ein Pädagoge durch und durch! Er lebt diese Mentalität. Der Platz ist nicht ausreichend, um all seine herausragenden Leistungen zu erwähnen, seine Taten zu schildern und ihm für seinen Einsatz zu danken. Doch selten konnte man bei einem Menschen so gut erkennen, warum ihm eine Sache nicht reicht.

Klaus Schütz strebt stets das bestmögliche Ergebnis an, neue Herausforderungen reizen ihn gleichermaßen wie die Bewältigung der vorhandenen. In seinen Sportbüchern („Von ganz unten“, „Der letzte Kilometer“ und „Teamplayer“), die er nach seiner Pensionierung verfasst hat, berichtet er genau von diesem Weg und den Schwierigkeiten, welche den Protagonisten begegnen, wie die Sportler diese Widrigkeiten überwinden und letztlich erfolgreich sind. Er liebt die Herausforderungen des Lebens. Genau deshalb ist es nun für ihn an der Zeit, sich neuen, vielleicht noch unbekannten Aufgaben zu widmen. Auf zu neuen Ufern, es war eine bereichernde Zeit! Vielen Dank, Klaus!

Der Weltrekordhalter

Vor vier Jahren gab es einen Spieler bei der BBG, der für harte Arbeit und Ehrgeiz bekannt war. Er war ein hervorragender Schütze und aggressiv in der Verteidigung, gab immer sein Bestes und stellte sich dabei stets in den Dienst seiner Mitspieler. Die Rolle des Verantwortlichen fiel ihm ebenso leicht wie die Rolle des unterstützenden Spielers von der Bank. Diese Fähigkeiten, gepaart mit seinem Eifer, brachten ihm sogar einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, doch dazu später mehr. Zuerst möchten wir euch  Nikola Kuga näher vorstellen.

Mit 12 Jahren begann Nikola in Belgrad (Serbien) mit dem Sport, den wir alle so ins Herz geschlossen haben. In seiner Jugend durchlief er eine fundierte Ausbildung und konnte so die Tradition des großartigen jugoslawischen Spielstils lernen und verinnerlichen.  Er sieht sich selber als ein Shooter, die Gefahr aus der Ecke, einem Garanten für Punkte, wenn die Verteidigung zu weit von ihm entfernt ist. Mit 16 Jahren entschied Nikola sich dazu, Basketball zu seiner obersten Priorität zu ernennen und von diesem Zeitpunkt an gab er stets sein Bestes, um seinen großen Vorbildern wie Drazen Petrovic nachzueifern. Und wenngleich er kein Jahrhunderttalent wie Petrovic oder Jordan besaß, so führte ihn seine vorbildliche Arbeitshaltung doch zu vielen erfolgreiche Jahre27604895_1564791683604540_2021867556_o.jpgn als Spieler. Nikola Kugas Vita ist beeindruckend: In über 20 Ländern über fünf Kontinente verteilt stand der kroatisch-serbische Shooter schon auf dem Feld und konnte dabei neben seinem basketballerischen Talent vor allem menschlich wachsen. In unserem Gespräch bekam man von Nikola den Eindruck, dass er immer zuerst den Menschen sieht und dann seinen Job. Bei all der Professionalität legte er auch zu seiner Zeit für die BBG stets Wert darauf, mit allen ein gutes Verhältnis zu wahren, eine Eigenschaft, die für einen Importspieler keine Selbstverständlichkeit darstellt. Dennoch ist er der erste europäische Profispieler, der in so vielen verschiedenen Ländern auf fünf Kontinenten unter Vertrag stand und jeweils mindestens eine Spielzeit absolviert hat.

Über seine eigenen Errungenschaften spricht er jedoch wenig, als würde der knapp zwei Meter große Guard viel mehr Zeit und Wert auf sein Umfeld legen, anstatt sich auf sein eigenes Sein zu konzentrieren. Die menschliche Nähe und das freundliche Wesen von Nikola Kuga sind Eigenschaften, die man auch zu seiner Zeit in Herford deutlich spüren konnte. Der Guard, der für die BBG Herford leider nie sein volles Potential abrufen konnte, verstand es dennoch, das Beste aus seiner Situation zu machen. Bis zum heutigen Tag ist er im Kontakt mit seinem ehemaligen Trainer und hat mit einigen Spielern des damaligen Kaders sogar eine Freundschaft aufgebaut, die Länder und sogar Kontinente überspannt. Und eines wird jeder Mensch, der Nikola Kuga kennenlernen durfte, mit Sicherheit bestätigen: Einem Weltrekordhalter zu begegnen, der statt seiner Erfolge lieber über seine Familie, seine Freizeit und die Gelegenheit zu spielen spricht, ist keine Selbstverständlichkeit.

 

 

In der Ruhe liegt die Kraft

BBG1120_preview.jpegIm professionellen Sport geht so manch moralischer Wert verloren oder gerät zumindest stark in den Hintergrund. Man muss abliefern, hart arbeiten, jeden Tag, jede Einheit, jedes Spiel. Kein Wochenende während der Saison, es geht um Vor- und Nachbereitung. Verarbeitung des letzten Spiels, die Fähigkeit zu vergessen, wenn es mal nicht gut lief. Oder auch die Fähigkeit, sich an vergangene, bessere Tage zu erinnern, an die eigene Größe. Doch es gibt sie immer noch, die Spieler, die professionell arbeiten und trotzdem menschlich  nahbar sind. Unsere Nummer 21 ist so ein Mensch.

An Größe mangelt es Jan Brinkmann nicht. Mit 2.01 Meter ist er auf der großen Position Zuhause und spezialisiert auf das Spiel mit dem Rücken zum Korb. Obwohl seine Lieblingssituation, weiß der Center um seine eigene Stärke am Ring. Der Hookshot zählt ebenso zu seinem Repertoire wie sein Sprungwurf aus der Mitteldistanz.  Und auch in der Verteidigung weiß sich der austrainierte Center zu behaupten. Zusätzlich zum wöchentlichen Training mit der BBG ist Jan ebenfalls im Fitness-Studio aktiv, wo er sich und seinen Körper geformt hat und nun weiterentwickelt. Hierbei kommt es ihm stets darauf an, ruhig und besonnen an die Sache heranzugehen, denn er möchte seinen Körper zwar fordern, jedoch nicht überfordern. Diese Einstellung lässt sich lückenlos auf sein Spiel übertragen und macht ihn daher zu einem beinahe einzigartigen Spielertyp.

Er ist der Fels in der Brandung, der Ruhepunkt des Teams. Wie viele andere aus unserer Mannschaft, ist Jan in der Schule zum ersten Mal mit einem Basketball in Kontakt gekommen. Als es ihn mit 11 Jahren in den Verein zog, durchlief er in Rheda-Wiedenbrück die Jugendausbildung, eher er dann mit 17 Jahren parallel zum Seniorenbetrieb in Rheda noch in der NBBL für die Paderborn Baskets auflief. Die Erfahrung in der Nachwuchsbundesliga und der damals in der zweiten Regionalliga spielenden Mannschaft aus Rheda kommt ihm noch heute zugute; konnte er so bereits mit jungen Jahren auf hohem Niveau trainieren und spielen. Bevor er zur BBG kam, spielte Jan mehrere Jahre in Bielefeld und konnte dort sein Spiel weiter verfeinern. Die Härte, welche ihm über die Jahre hinweg nicht nur bei den Spielen, sondern auch im Training widerfuhr, ließen ihn sowohl sportlich als auch menschlich wachsen.

Der Faktor der physischen und psychischen Abhärtung scheint vernachlässigbar, doch für einen robusten und klassischen Center ist diese Fähigkeit von enormer Bedeutung. Das weiß Jan und so liebt er es, in der Defense dem Gegner die Stirn zu bieten. Er liebt den Wettbewerb, er liebt Teamplay sowie das physische Spiel. Und auch, wenn sein Spiel für manchen Zuschauer vielleicht eher unscheinbar wirkt, so sind seine Stärken aus dem Post heraus jedoch essentiell wichtig, ermöglichen sie es Spielern wie Carlbe Ervin, Karl Gronau oder Jan Behrens, außen etwas Platz zu bekommen. Jan Brinkmann ist ein wandelndes Mismatch für den Gegner. Bekommt er den Ball im Post und wird nicht gedoppelt, so erarbeitet er sich konstant hochprozentige Abschlüsse am Ring. Verteidigt man ihn hingegen mit mehr als einem Spieler und versucht, ihm seinen eigenen Abschluss zusätzlich zu erschweren, besitzt er die Fähigkeit, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Und auch in der Verteidigung gelingt ihm der Spagat zwischen enger und intensiver Verteidigung gegen seinen Gegner und dem schnellen Aushelfen seiner Mitspieler.

Betrachtet man diese Fähigkeiten, so ist Jan Brinkmann nicht nur ein klassischer und hart arbeitender Center, sondern darüber hinaus auch sehr engagiert im Team; der Fels in der Brandung eben. Doch trotz seiner professionellen Einstellung zum Spiel und zu seinem Körper vollbringt der Center das Kunststück, daneben noch Vollzeit im Consulting zu arbeiten und Zeit für seine Freunde und seine Freundin zu finden. Und als würde das nicht reichen, so bewahrt sich die Nummer 21 stets seine Menschlichkeit. In einer Welt voller Highlight-Tapes, viraler Hits und der schnellen Nummer geht er auf Nummer sicher, bleibt bodenständig, ruhig und beweist dabei stets Humor. Denn auf die Frage, was er mit einem Wunsch in der Welt ändern würde, schmunzelte Jan nur und sagte: „Niedrigere Körbe, das wäre schön. Dann könnte ich besser dunken.“

Das Multitalent

Welcher Basketballer wünscht sich nicht, über zwei Meter groß und trotzdem wie Dirk Nowitzki offensiv unberechenbar zu sein? Welcher Basketballer möchte nicht gern den spielentscheidenden Block stellen oder in der Offensive den letzten Wurf des Spiels treffen? Die entscheidende Frage ist jedoch, wer kann mit über zwei Metern Gardemaß noch Gefahr von außen ausstrahlen und defensiv schnell genug agieren? Die Antwort: Phil Humke. Er kann das. Und noch viel mehr.

Unser Center kam erstmals beim TV Bergkrug mit Basketball in Kontakt, doch sein Talent und seine Arbeitseinstellung brachten ihn von dort aus recht schnell in die NBBL nach  Paderborn, in die deutsche Nachwuchsbundesliga. Nachdem er dort in den Jugendjahren sein Spiel formte, spielte er zunächst in der zweiten Regionalliga für Paderborn, ehe er sehr schnell nach Salzkotten wechselte, um sich dort in der ersten Regionalliga, der vierten Liga Deutschlands, größeren Aufgaben zu stellen. Heute im Trikot der BBG lässt sich feststellen: Dieser Herausforderung ist er gewachsen!

Doch das reicht unserem „Großen“ nicht. Neben seinen spielerischen Fähigkeiten ist Phil Humke das, was man in Basketballkreisen eine „Gym-rat“ nennt. Neben seinem Job und seiner Verpflichtung der BBG gegenüber ist er außerdem noch Schiedsrichter in der Oberliga und coacht die Oberliga Damenmannschaft des TSVE Bielefeld. Und falls in seiner Freizeit dann noch Raum ist, fährt er gern mal zu großen Turnieren und gewinnt dort als Trainer die Jugendturniere (dieses Jahr in Göteborg). Wenn man eins über Phil Humke sagen kann, dann das: Gibt es eine offene Halle, können wir ihn dort finden. Und egal, was passiert, die Liebe zum Spiel ist immer da! Trotz oder vielleicht wegen der Vielzahl seiner Aktivitäten im basketballerischen Bereich entspannt er sich gern in der Sauna und genießt Zeit mit seinen Liebsten. Die grundlegend positive Einstellung, welche er in sich trägt, überträgt er als Trainer wie als Spieler und freut sich darüber, für die BBG spielen zu dürfen und die vielen positiven Veränderungen der letzten Monate.

Wer von diesen Eigenschaften noch nicht ausreichend beeindruckt ist, kann  zweifelsfrei nicht abstreiten, dass Phil Humke auf dem Spielfeld nicht als klassischer Big Man, sondern als Tweener gesehen werden kann. Er spielt zwischen den klassischen Positionen, ist dabei sowohl in Korbnähe als auch von außen eine Gefahr. Einen Spieler, der in seiner Jugend bereits gegen einen jetzigen NBA-Spieler  wie Daniel Theis (Boston Celtics) antreten und sich beweisen konnte, sollte man nicht auf eine Fähigkeit beschränken. Diese Kombination aus Größe, Schnelligkeit und Treffsicherheit machen Phil Humke nicht nur zu einem guten Basketballer, sondern sie beschreibt zugleich auch seine Persönlichkeit. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen arbeitet Phil auf dem Feld, an der Seitenlinie und als Unparteiischer in so ziemlich jeder denkbaren Position. Diese Vielseitigkeit und die Einblicke, welche er dadurch gewinnt, kommen ihm in Spielsituationen zu gute. Und wir können uns sehr glücklich schätzen, einen Spieler im Trikot der BBG Herford zu haben, der Basketball nicht nur lebt, sondern atmet.

Heart over Height

H1 ThomasWenn man an Basketball denkt, sieht man zumeist große Spieler vor sich stehen, die unfassbar hoch springen und wahnsinnig gut dribbeln können. Dean Thomas kann wahnsinnig hoch springen (im Sportstudium über 1,90 Meter!). Dean kann wahnsinnig gut dribbeln. Dean ist 1,70 Meter groß. Nicht das, was man sich unter einem Basketballer in der vierten Liga unbedingt vorstellt. Umso beeindruckender ist sein Weg dorthin gewesen. Schon früh fand Dean Interesse am Basketball. Zunächst durchlief er in Kirchlengern seine Jugendausbildung, bevor er sich in der U18 beweisen wollte und so erstmals seinen Weg zur BBG Herford fand. Bereits in frühen Jahren spielte er in der Jugend und ersten Mannschaft von Kirchlengern und Leopoldshöhe, bevor er in Herford die Chance bekam, in der U18 Regionalliga sein Können zu beweisen. Doch das war Dean nicht genug. Frei nach seinem Motto „Hard Work makes permanent“ trainierte er mit 16 bereits in der ersten Herrenmannschaft mit und konnte so Erfahrung sammeln. Doch zurück zur Gegenwart.

Der angehende Lehrer, welcher neben dem aktiven Spielbetrieb der ersten Regionalliga West noch als Vertretungslehrer an einer Realschule, als Integrationshelfer und als Fitness-Trainer arbeitet, ist trotz der Vielzahl seiner Aufgaben bodenständig. In seiner Freizeit arbeitet er gern im Fitness-Studio an seiner Athletik und verbringt  Zeit mit seiner Freundin. Doch auf dem Feld will er attackieren, den Drive zum Korb suchen, gegen die Centerspieler der Gegner zum Abschluss kommen. Und auch wenn er manchmal dabei geblockt wird, sagt er, dies sei der Teil seines Spiels, der ihm am meisten Spaß mache. Die Zone ist der Ort, wo er sich beweisen kann, zeigen kann, dass nicht die Größe, sondern die Entschlossenheit entscheidet. Dean bezeichnet sich selbst als Glue-Guy, als Spieler, der die Mannschaft zusammenwachsen lässt. Er hilft seinen Mitspielern auf wie neben dem Feld und versucht dabei stets, ein Lächeln und den einen oder anderen lockeren Spruch parat zu haben. Spieler wie Dean sind wichtig für eine Mannschaft an Stellen, die man von außen vielleicht nicht sieht. Doch ein Team ist eine Einheit und nur durch Engagement Einzelner kann ein Kollektiv den wöchentlichen Herausforderungen gegen andere Mannschaften geschlossen entgegentreten. Dean hat diese Lektion verinnerlicht, denn als ich ihn nach seiner besten Erinnerung als Basketballer fragte, sprach er zuerst darüber, dass nicht seine Stärken als Spieler, sondern Gewinnen als Team im Kopf geblieben sind. Er sprach nicht von eigenen großen Leistungen, sondern von engen Spielen auf hohem Niveau, denn dort fühlt er sich wohl. Während unseres Gesprächs wirkte Dean sehr bescheiden, doch zu keinem Zeitpunkt unentschlossen, für seine Ansichten einzutreten. Als Spieler mit deutschem Pass und südafrikanisch-englisch-deutschen Wurzeln gelingt ihm mit seiner Einstellung ein Spagat zwischen seiner Körpergröße und seiner Spielweise, der größer nicht sein könnte. Auch wenn er für einen Basketballer mit 1,70 Meter klein erscheint, so ist es sein Auftreten mit Sicherheit nicht.

Es gibt ein Sprichwort, das Deans Einstellung perfekt zusammenfasst: „It’s not about the size of the dog in the fight; it’s about the size of the fight in the dog.” Und getreu diesem Motto arbeitet Dean hart an sich, um stets die beste Version seiner selbst zu sein. Auf wie auch neben dem Feld ist Dean das, was sich jeder Mitspieler nur wünschen kann. Er springt nach offenen Bällen, er attackiert den Korb ohne Angst, er verdient sich jede Minute auf dem Feld mit seiner Defense. Er ist der perfekte Glue-Guy. Und doch viel mehr.

Der Schöne und das Biest

Stell dir vor, es ist Samstagabend. Du warst gerade in einer Disco, in einer Oper oder bei einem unserer Heimspiele. Du gehst durch eine dunkle Gasse, es ist kalt. Der Wind weht dir um die Ohren, so laut, dass du dein eigenes Wort kaum hören kannst. Plötzlich taucht eine Gestalt aus dem Schatten aus, so nah bei dir, dass du kaum reagieren kannst. Schon ist sie weg, deine Geldbörse. Du läufst dem Dieb hinterher, doch er kennt die Gasse besser als du, ist schneller und agiler. Plötzlich erscheint ein zweiter Schatten, am Ende des Durchgangs. Er stoppt den Dieb, ringt ihn mühelos zu Boden und lässt ihn dort liegen, während er dir deine Wertsachen zurückgibt. Danach spricht er mit dunkler Stimme, dass Gotham nun sicherer sei, und entschwindet in die Nacht.

Anders als Batman ist Robin Richter eine reale Figur. Dennoch stellt der Comic-Charakter ein Vorbild für ihn dar, ein selbstentworfenes Tattoo ziert seinen muskulösen Körper. Doch anders als Batman ist Robin bodenständig, bescheiden und ehrgeizig. Der junge BWL-Student arbeitet neben dem Studium noch. Er trainiert mehrmals die Woche bei der BBG und nimmt im Kader von Will Massenburg eine wichtige Rolle ein. Robin ist kein Superheld, aber er arbeitet hart. Er arbeitet konstant. Er arbeitet immer an seinem Spiel und seiner Physis. Doch neben diesem Superhelden hat Robin Richter noch ein anders Vorbild. Eine Identifikationsperson, welche deutlich macht, wie groß die Spanne zwischen dem Robin Richter auf dem Feld und neben dem Feld ist: Seine Mutter. Nicht nur Robin, sondern auch seine fünf Geschwister wurden von ihr Alleine großgezogen. Nach seiner eigenen Aussage ist sie die stärkste Person, die er kennt.

Bevor Robin Richter damit begonnen hat, seinen Körper im Fitnessstudio zu verändern, entdeckte er Basketball als Leidenschaft. In einer Schul-AG erkannte er, wie viel Spaß ihm dieses Spiel bereitet. Mit sieben Jahren war er noch sehr jung, doch der Spaß verließ ihn nie. In seiner Jugend spielte Robin für Brackwede (zu diesem Zeitpunkt in der Regionalliga) und durchlief daraufhin in Werne und Paderborn die Jugendmannschaften. Damals noch etwas schmaler, spielte Robin als Point Guard und war bis zur U20 in Paderborn dafür verantwortlich, den Ball sicher nach vorne zu bringen. Nach seiner Jugendzeit in Paderborn, in welcher er parallel dazu auch in Brackwede im Seniorenbereich aktiv war, spielte er in Bielefeld (damals ProB), ehe er sich das Trikot der BBG Herford überzog. Schon während seiner Jugend hegte Robin Richter jedoch den Wunsch, sich nicht mehr auf dem Spielfeld von anderen herumschubsen zu lassen. Wie er selbst sagt, war er als 17-Jähriger sehr dünn. Diesen Umstand wollte er unbedingt ändern und entschied sich folglich, neben dem leistungsorientierten Basketballtraining zusätzlich Krafttraining in seinen Alltag zu integrieren. Mit Erfolg.

Doch trotz einer herausragenden Physis und einem durchgetakteten Alltag nimmt Robin sich gerne etwas Zeit, um zu zeichnen. Als Ausgleich zum Basketball und dem regelmäßigen Training im Fitnessstudio. Er entwirft eigene Figuren im Comic-Stil und entspannt, während er die letzten Details eines Entwurfs vervollständigt. Jedes Tattoo ist selbstentworfen, jedes Detail von ihm ausgearbeitet. Jeder Muskel von ihm durch hartes Training definiert, jedes bisschen Kondition erarbeitet.

Während des Gesprächs entstand der Eindruck, dass Robin Richter viele Seiten hat, die  sehr verschieden sind. In einem Moment schildert er einen Gamewinner gegen den Abstieg im Dress der BBG. Er war der Held des Moments. Ein paar Augenblicke später spricht er von Yoga und Kunst. Robin vereint all das in sich und erfüllt dabei stets seine eigenen Ansprüche. Er ist beides: Der Schöne. Und das Biest.