Bemerkenswert

Herzlich Willkommen bei der BBG Herford!

Werte Freunde des Basketballs in Ostwestfalen, die Zeit ist reif, um euch etwas ganz Besonderes zu präsentieren: Den offiziellen Blog der BBG Herford! Wir haben uns gedacht, dass dieser Verein so viele Dinge erreicht hat, diverse Talente ausgebildet und so viele gute Spieler aus verschiedensten Ländern der Welt beheimatet hat, dass wir euch die spannenden Geschichten nicht länger vorenthalten wollen.

In diesem Blog geht es jedoch nicht nur um unsere erste Mannschaft. Es geht darum, euch einen Einblick zu gewähren und so einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Wir wollen, dass ihr unsere Spieler besser kennen lernt und wisst, wem ihr im Verein Was zu verdanken habt. Dieser Blog wird jedoch auch versuchen, etwas Licht in die Historie des Vereins zu bringen, indem wir Spieler aus vergangenen Tagen interviewen und so manch grandiose Anekdote ausleuchten werden.

In den kommenden Tagen wird hier der erste Artikel erscheinen und wir freuen uns bereits jetzt schon, eure Meinung darüber zu hören. Falls ihr Wünsche habt oder der Meinung seid, man sollte einen bestimmten Spieler oder ein bestimmtes Ereignis einmal würdigend hervorheben, so lasst es uns gerne wissen. Ansonsten wünschen wir euch schon einmal vorab viel Spaß mit diesem Blog!

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In der Ruhe liegt die Kraft

BBG1120_preview.jpegIm professionellen Sport geht so manch moralischer Wert verloren oder gerät zumindest stark in den Hintergrund. Man muss abliefern, hart arbeiten, jeden Tag, jede Einheit, jedes Spiel. Kein Wochenende während der Saison, es geht um Vor- und Nachbereitung. Verarbeitung des letzten Spiels, die Fähigkeit zu vergessen, wenn es mal nicht gut lief. Oder auch die Fähigkeit, sich an vergangene, bessere Tage zu erinnern, an die eigene Größe. Doch es gibt sie immer noch, die Spieler, die professionell arbeiten und trotzdem menschlich  nahbar sind. Unsere Nummer 21 ist so ein Mensch.

An Größe mangelt es Jan Brinkmann nicht. Mit 2.01 Meter ist er auf der großen Position Zuhause und spezialisiert auf das Spiel mit dem Rücken zum Korb. Obwohl seine Lieblingssituation, weiß der Center um seine eigene Stärke am Ring. Der Hookshot zählt ebenso zu seinem Repertoire wie sein Sprungwurf aus der Mitteldistanz.  Und auch in der Verteidigung weiß sich der austrainierte Center zu behaupten. Zusätzlich zum wöchentlichen Training mit der BBG ist Jan ebenfalls im Fitness-Studio aktiv, wo er sich und seinen Körper geformt hat und nun weiterentwickelt. Hierbei kommt es ihm stets darauf an, ruhig und besonnen an die Sache heranzugehen, denn er möchte seinen Körper zwar fordern, jedoch nicht überfordern. Diese Einstellung lässt sich lückenlos auf sein Spiel übertragen und macht ihn daher zu einem beinahe einzigartigen Spielertyp.

Er ist der Fels in der Brandung, der Ruhepunkt des Teams. Wie viele andere aus unserer Mannschaft, ist Jan in der Schule zum ersten Mal mit einem Basketball in Kontakt gekommen. Als es ihn mit 11 Jahren in den Verein zog, durchlief er in Rheda-Wiedenbrück die Jugendausbildung, eher er dann mit 17 Jahren parallel zum Seniorenbetrieb in Rheda noch in der NBBL für die Paderborn Baskets auflief. Die Erfahrung in der Nachwuchsbundesliga und der damals in der zweiten Regionalliga spielenden Mannschaft aus Rheda kommt ihm noch heute zugute; konnte er so bereits mit jungen Jahren auf hohem Niveau trainieren und spielen. Bevor er zur BBG kam, spielte Jan mehrere Jahre in Bielefeld und konnte dort sein Spiel weiter verfeinern. Die Härte, welche ihm über die Jahre hinweg nicht nur bei den Spielen, sondern auch im Training widerfuhr, ließen ihn sowohl sportlich als auch menschlich wachsen.

Der Faktor der physischen und psychischen Abhärtung scheint vernachlässigbar, doch für einen robusten und klassischen Center ist diese Fähigkeit von enormer Bedeutung. Das weiß Jan und so liebt er es, in der Defense dem Gegner die Stirn zu bieten. Er liebt den Wettbewerb, er liebt Teamplay sowie das physische Spiel. Und auch, wenn sein Spiel für manchen Zuschauer vielleicht eher unscheinbar wirkt, so sind seine Stärken aus dem Post heraus jedoch essentiell wichtig, ermöglichen sie es Spielern wie Carlbe Ervin, Karl Gronau oder Jan Behrens, außen etwas Platz zu bekommen. Jan Brinkmann ist ein wandelndes Mismatch für den Gegner. Bekommt er den Ball im Post und wird nicht gedoppelt, so erarbeitet er sich konstant hochprozentige Abschlüsse am Ring. Verteidigt man ihn hingegen mit mehr als einem Spieler und versucht, ihm seinen eigenen Abschluss zusätzlich zu erschweren, besitzt er die Fähigkeit, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Und auch in der Verteidigung gelingt ihm der Spagat zwischen enger und intensiver Verteidigung gegen seinen Gegner und dem schnellen Aushelfen seiner Mitspieler.

Betrachtet man diese Fähigkeiten, so ist Jan Brinkmann nicht nur ein klassischer und hart arbeitender Center, sondern darüber hinaus auch sehr engagiert im Team; der Fels in der Brandung eben. Doch trotz seiner professionellen Einstellung zum Spiel und zu seinem Körper vollbringt der Center das Kunststück, daneben noch Vollzeit im Consulting zu arbeiten und Zeit für seine Freunde und seine Freundin zu finden. Und als würde das nicht reichen, so bewahrt sich die Nummer 21 stets seine Menschlichkeit. In einer Welt voller Highlight-Tapes, viraler Hits und der schnellen Nummer geht er auf Nummer sicher, bleibt bodenständig, ruhig und beweist dabei stets Humor. Denn auf die Frage, was er mit einem Wunsch in der Welt ändern würde, schmunzelte Jan nur und sagte: „Niedrigere Körbe, das wäre schön. Dann könnte ich besser dunken.“

Das Multitalent

Welcher Basketballer wünscht sich nicht, über zwei Meter groß und trotzdem wie Dirk Nowitzki offensiv unberechenbar zu sein? Welcher Basketballer möchte nicht gern den spielentscheidenden Block stellen oder in der Offensive den letzten Wurf des Spiels treffen? Die entscheidende Frage ist jedoch, wer kann mit über zwei Metern Gardemaß noch Gefahr von außen ausstrahlen und defensiv schnell genug agieren? Die Antwort: Phil Humke. Er kann das. Und noch viel mehr.

Unser Center kam erstmals beim TV Bergkrug mit Basketball in Kontakt, doch sein Talent und seine Arbeitseinstellung brachten ihn von dort aus recht schnell in die NBBL nach  Paderborn, in die deutsche Nachwuchsbundesliga. Nachdem er dort in den Jugendjahren sein Spiel formte, spielte er zunächst in der zweiten Regionalliga für Paderborn, ehe er sehr schnell nach Salzkotten wechselte, um sich dort in der ersten Regionalliga, der vierten Liga Deutschlands, größeren Aufgaben zu stellen. Heute im Trikot der BBG lässt sich feststellen: Dieser Herausforderung ist er gewachsen!

Doch das reicht unserem „Großen“ nicht. Neben seinen spielerischen Fähigkeiten ist Phil Humke das, was man in Basketballkreisen eine „Gym-rat“ nennt. Neben seinem Job und seiner Verpflichtung der BBG gegenüber ist er außerdem noch Schiedsrichter in der Oberliga und coacht die Oberliga Damenmannschaft des TSVE Bielefeld. Und falls in seiner Freizeit dann noch Raum ist, fährt er gern mal zu großen Turnieren und gewinnt dort als Trainer die Jugendturniere (dieses Jahr in Göteborg). Wenn man eins über Phil Humke sagen kann, dann das: Gibt es eine offene Halle, können wir ihn dort finden. Und egal, was passiert, die Liebe zum Spiel ist immer da! Trotz oder vielleicht wegen der Vielzahl seiner Aktivitäten im basketballerischen Bereich entspannt er sich gern in der Sauna und genießt Zeit mit seinen Liebsten. Die grundlegend positive Einstellung, welche er in sich trägt, überträgt er als Trainer wie als Spieler und freut sich darüber, für die BBG spielen zu dürfen und die vielen positiven Veränderungen der letzten Monate.

Wer von diesen Eigenschaften noch nicht ausreichend beeindruckt ist, kann  zweifelsfrei nicht abstreiten, dass Phil Humke auf dem Spielfeld nicht als klassischer Big Man, sondern als Tweener gesehen werden kann. Er spielt zwischen den klassischen Positionen, ist dabei sowohl in Korbnähe als auch von außen eine Gefahr. Einen Spieler, der in seiner Jugend bereits gegen einen jetzigen NBA-Spieler  wie Daniel Theis (Boston Celtics) antreten und sich beweisen konnte, sollte man nicht auf eine Fähigkeit beschränken. Diese Kombination aus Größe, Schnelligkeit und Treffsicherheit machen Phil Humke nicht nur zu einem guten Basketballer, sondern sie beschreibt zugleich auch seine Persönlichkeit. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen arbeitet Phil auf dem Feld, an der Seitenlinie und als Unparteiischer in so ziemlich jeder denkbaren Position. Diese Vielseitigkeit und die Einblicke, welche er dadurch gewinnt, kommen ihm in Spielsituationen zu gute. Und wir können uns sehr glücklich schätzen, einen Spieler im Trikot der BBG Herford zu haben, der Basketball nicht nur lebt, sondern atmet.

Heart over Height

H1 ThomasWenn man an Basketball denkt, sieht man zumeist große Spieler vor sich stehen, die unfassbar hoch springen und wahnsinnig gut dribbeln können. Dean Thomas kann wahnsinnig hoch springen (im Sportstudium über 1,90 Meter!). Dean kann wahnsinnig gut dribbeln. Dean ist 1,70 Meter groß. Nicht das, was man sich unter einem Basketballer in der vierten Liga unbedingt vorstellt. Umso beeindruckender ist sein Weg dorthin gewesen. Schon früh fand Dean Interesse am Basketball. Zunächst durchlief er in Kirchlengern seine Jugendausbildung, bevor er sich in der U18 beweisen wollte und so erstmals seinen Weg zur BBG Herford fand. Bereits in frühen Jahren spielte er in der Jugend und ersten Mannschaft von Kirchlengern und Leopoldshöhe, bevor er in Herford die Chance bekam, in der U18 Regionalliga sein Können zu beweisen. Doch das war Dean nicht genug. Frei nach seinem Motto „Hard Work makes permanent“ trainierte er mit 16 bereits in der ersten Herrenmannschaft mit und konnte so Erfahrung sammeln. Doch zurück zur Gegenwart.

Der angehende Lehrer, welcher neben dem aktiven Spielbetrieb der ersten Regionalliga West noch als Vertretungslehrer an einer Realschule, als Integrationshelfer und als Fitness-Trainer arbeitet, ist trotz der Vielzahl seiner Aufgaben bodenständig. In seiner Freizeit arbeitet er gern im Fitness-Studio an seiner Athletik und verbringt  Zeit mit seiner Freundin. Doch auf dem Feld will er attackieren, den Drive zum Korb suchen, gegen die Centerspieler der Gegner zum Abschluss kommen. Und auch wenn er manchmal dabei geblockt wird, sagt er, dies sei der Teil seines Spiels, der ihm am meisten Spaß mache. Die Zone ist der Ort, wo er sich beweisen kann, zeigen kann, dass nicht die Größe, sondern die Entschlossenheit entscheidet. Dean bezeichnet sich selbst als Glue-Guy, als Spieler, der die Mannschaft zusammenwachsen lässt. Er hilft seinen Mitspielern auf wie neben dem Feld und versucht dabei stets, ein Lächeln und den einen oder anderen lockeren Spruch parat zu haben. Spieler wie Dean sind wichtig für eine Mannschaft an Stellen, die man von außen vielleicht nicht sieht. Doch ein Team ist eine Einheit und nur durch Engagement Einzelner kann ein Kollektiv den wöchentlichen Herausforderungen gegen andere Mannschaften geschlossen entgegentreten. Dean hat diese Lektion verinnerlicht, denn als ich ihn nach seiner besten Erinnerung als Basketballer fragte, sprach er zuerst darüber, dass nicht seine Stärken als Spieler, sondern Gewinnen als Team im Kopf geblieben sind. Er sprach nicht von eigenen großen Leistungen, sondern von engen Spielen auf hohem Niveau, denn dort fühlt er sich wohl. Während unseres Gesprächs wirkte Dean sehr bescheiden, doch zu keinem Zeitpunkt unentschlossen, für seine Ansichten einzutreten. Als Spieler mit deutschem Pass und südafrikanisch-englisch-deutschen Wurzeln gelingt ihm mit seiner Einstellung ein Spagat zwischen seiner Körpergröße und seiner Spielweise, der größer nicht sein könnte. Auch wenn er für einen Basketballer mit 1,70 Meter klein erscheint, so ist es sein Auftreten mit Sicherheit nicht.

Es gibt ein Sprichwort, das Deans Einstellung perfekt zusammenfasst: „It’s not about the size of the dog in the fight; it’s about the size of the fight in the dog.” Und getreu diesem Motto arbeitet Dean hart an sich, um stets die beste Version seiner selbst zu sein. Auf wie auch neben dem Feld ist Dean das, was sich jeder Mitspieler nur wünschen kann. Er springt nach offenen Bällen, er attackiert den Korb ohne Angst, er verdient sich jede Minute auf dem Feld mit seiner Defense. Er ist der perfekte Glue-Guy. Und doch viel mehr.

Der Schöne und das Biest

Stell dir vor, es ist Samstagabend. Du warst gerade in einer Disco, in einer Oper oder bei einem unserer Heimspiele. Du gehst durch eine dunkle Gasse, es ist kalt. Der Wind weht dir um die Ohren, so laut, dass du dein eigenes Wort kaum hören kannst. Plötzlich taucht eine Gestalt aus dem Schatten aus, so nah bei dir, dass du kaum reagieren kannst. Schon ist sie weg, deine Geldbörse. Du läufst dem Dieb hinterher, doch er kennt die Gasse besser als du, ist schneller und agiler. Plötzlich erscheint ein zweiter Schatten, am Ende des Durchgangs. Er stoppt den Dieb, ringt ihn mühelos zu Boden und lässt ihn dort liegen, während er dir deine Wertsachen zurückgibt. Danach spricht er mit dunkler Stimme, dass Gotham nun sicherer sei, und entschwindet in die Nacht.

Anders als Batman ist Robin Richter eine reale Figur. Dennoch stellt der Comic-Charakter ein Vorbild für ihn dar, ein selbstentworfenes Tattoo ziert seinen muskulösen Körper. Doch anders als Batman ist Robin bodenständig, bescheiden und ehrgeizig. Der junge BWL-Student arbeitet neben dem Studium noch. Er trainiert mehrmals die Woche bei der BBG und nimmt im Kader von Will Massenburg eine wichtige Rolle ein. Robin ist kein Superheld, aber er arbeitet hart. Er arbeitet konstant. Er arbeitet immer an seinem Spiel und seiner Physis. Doch neben diesem Superhelden hat Robin Richter noch ein anders Vorbild. Eine Identifikationsperson, welche deutlich macht, wie groß die Spanne zwischen dem Robin Richter auf dem Feld und neben dem Feld ist: Seine Mutter. Nicht nur Robin, sondern auch seine fünf Geschwister wurden von ihr Alleine großgezogen. Nach seiner eigenen Aussage ist sie die stärkste Person, die er kennt.

Bevor Robin Richter damit begonnen hat, seinen Körper im Fitnessstudio zu verändern, entdeckte er Basketball als Leidenschaft. In einer Schul-AG erkannte er, wie viel Spaß ihm dieses Spiel bereitet. Mit sieben Jahren war er noch sehr jung, doch der Spaß verließ ihn nie. In seiner Jugend spielte Robin für Brackwede (zu diesem Zeitpunkt in der Regionalliga) und durchlief daraufhin in Werne und Paderborn die Jugendmannschaften. Damals noch etwas schmaler, spielte Robin als Point Guard und war bis zur U20 in Paderborn dafür verantwortlich, den Ball sicher nach vorne zu bringen. Nach seiner Jugendzeit in Paderborn, in welcher er parallel dazu auch in Brackwede im Seniorenbereich aktiv war, spielte er in Bielefeld (damals ProB), ehe er sich das Trikot der BBG Herford überzog. Schon während seiner Jugend hegte Robin Richter jedoch den Wunsch, sich nicht mehr auf dem Spielfeld von anderen herumschubsen zu lassen. Wie er selbst sagt, war er als 17-Jähriger sehr dünn. Diesen Umstand wollte er unbedingt ändern und entschied sich folglich, neben dem leistungsorientierten Basketballtraining zusätzlich Krafttraining in seinen Alltag zu integrieren. Mit Erfolg.

Doch trotz einer herausragenden Physis und einem durchgetakteten Alltag nimmt Robin sich gerne etwas Zeit, um zu zeichnen. Als Ausgleich zum Basketball und dem regelmäßigen Training im Fitnessstudio. Er entwirft eigene Figuren im Comic-Stil und entspannt, während er die letzten Details eines Entwurfs vervollständigt. Jedes Tattoo ist selbstentworfen, jedes Detail von ihm ausgearbeitet. Jeder Muskel von ihm durch hartes Training definiert, jedes bisschen Kondition erarbeitet.

Während des Gesprächs entstand der Eindruck, dass Robin Richter viele Seiten hat, die  sehr verschieden sind. In einem Moment schildert er einen Gamewinner gegen den Abstieg im Dress der BBG. Er war der Held des Moments. Ein paar Augenblicke später spricht er von Yoga und Kunst. Robin vereint all das in sich und erfüllt dabei stets seine eigenen Ansprüche. Er ist beides: Der Schöne. Und das Biest.

 

The Show Must Go On

Im Laufe der Jahre hatte die BBG viele Spieler in ihren Reihen, welche besonders hervorstachen. Einige waren offensiv begabt, andere enorm athletisch oder aber stark in der Verteidigung. Manche waren engagierter als andere, manche couragierter. Doch es gab einige wenige, welchen man diese Eigenschaften allesamt zuschreiben konnte. Einer dieser Spieler ist noch heute im Verein tätig und wir würden ihn euch gerne etwas näher vorstellen.

Julian Schütz begann seine Basketballkarriere völlig unspektakulär in einer Schul-AG der Olof-Palme Gesamtschule. Julian, damals noch Schüler, fand Interesse am Sport und begleitete seinen Vater zu einigen Spielern der BBG Herford. Dort entdeckte der Junge offenbar seine Leidenschaft, denn er begann noch im selben Jahr selbst aktiv zu werden. Während seiner Jugend spielte er in Leopoldshöhe, doch sein enormer Ehrgeiz, gepaart mit seiner Größe und der hart erarbeiteten Athletik, ließen ihn bereits früh Luft in der ersten Mannschaft der BBG schnuppern. Obwohl Julian erstmals in einer Mannschaft für unter 16-Jährige aktive Spielpraxis sammeln konnte, wuchsen seine Leidenschaft und sein eigener Anspruch. Schon bald war er ein wichtiges Puzzlestück für unsere erste Mannschaft. Außerdem besuchte er im Zuge seines freiwilligen sozialen Jahres die Grundschulen im Kreis Herford und brachte den Kindern die Liebe zum Spiel näher.

Doch damit nicht genug. Julian entschloss sich nach seinem FSJ und mit Beginn seines Studiums, professionell spielen zu wollen. Trotz der Doppelbelastung des professionellen Trainings und dem Wunsch, sein Studium erfolgreich zu beenden, schnürte das Herforder Urgestein im Laufe seiner aktiven Zeit für einige renommierte Mannschaften seine Sneaker. So spielte er unter anderem für Bochum, Recklinghausen und sogar Herten in der ProB, wo er auch zu seinem Spitznamen kam. Schon immer für seine Athletik bekannt, ließ sich Julian auf dem Weg zum Korb nicht stoppen und schloss einen herausgespielten Fastbreak mit einem krachenden 360-Grad Dunking ab. Auch wenn der Korb aufgrund eines Foulspiels nicht zählte,  war dies doch die Geburtsstunde seines Spitznamens: The Show.

Liest man all diese herausragenden Erfolge und Leistungen, so entsteht schnell der Eindruck, dass Julian Schütz eine Person ist, der man mit Respekt und Achtung begegnen sollte. Ein Mann, der alles in die Waagschale warf und das Beste aus seinem Talent machte. Doch als wir mit ihm sprachen, wirkte er  sehr bescheiden. Während er uns über die Anstrengungen des Doppellebens als Athlet und Student berichtete, kam zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf, als würden ihn seine Erfolge verändert haben. Im Gegenteil: Julian weiß, was er erreicht hat, aber er weiß auch, dass man stets noch besser werden kann. Ganz nach seinem Motto: „Alles, was du machst, belohnt dich!“, schien er stets zu reflektieren und zu wissen, aus welchen Situationen er lernen konnte. Es ging ihm nicht um Erfolg, es ging ihm ums Besserwerden. Als Spieler wie als Mensch scheint Julian immer nur eins zu wollen: Die beste Version seiner selbst zu werden.

Diese Motivation bringt er auch mit zur BBG. Seit dieser Saison offiziell Angestellter des Vereins, versucht Julian in Zusammenarbeit mit dem Vorstand und seinem Knowhow, Basketball in Herford noch weiter voranzubringen. Seine aktive Spielzeit ermöglichte ihm Einblicke in viele Vereine und dieses Wissen gibt er nun weiter, versucht es selbst zu verwirklichen. In seinen Augen ist die BBG nicht nur sein Heimatverein, sondern pures Potential. Als wir ihn danach fragten, was genau er damit meine, lächelte er jedoch nur bescheiden und sagte, wir sollten uns überraschen lassen. Aber eins steht fest: Auf wie auch neben dem Feld ist Julian Schütz sich selbst stets treu geblieben. Und auch wenn er momentan nicht aktiv spielt, so muss die Show weitergehen, denn Stillstand bedeutet für das engagierte Arbeitstier Rückschritt.

Wie ein Phoenix aus der Asche

Nicht nur in Ostwestfalen, sondern mittlerweile in ganz Basketballdeutschland, hat sich der Fall um die Westfalen Mustangs verbreitet. Es wurde zu einer öffentlichen Farce zwischen ausgenutzten Spielern und einem Verein, der vielleicht das Richtige wollte, jedoch mit den falschen Mitteln gearbeitet hat. Dennoch ist dieser Artikel nicht darauf aus, den Fall erneut zu beleuchten, sondern einem ihrer bedeutendsten Akteure etwas Licht zu geben.

Kris Douse ist mit Beginn dieser Saison ein Teil unseres Vereins geworden. Wir haben mit ihm gesprochen und ihn nicht nur zu seiner Persönlichkeit auf dem Spielfeld, sondern auch abseits des Feldes befragt und wollen euch nicht vorenthalten, was für ein beeindruckender Mensch dieser junge Mann ist. Kris wurde in Toronto (Kanada) geboren und hat bereits früh seine Leidenschaft für Basketball entdeckt. Während er zu Anfang noch viele verschiedene Sportarten wie American Football, Hockey und Leichtathletik ausgeübt hat, so fasste er mit 14 Jahren bereits den Entschluss, seinen Fokus fortan auf Basketball zu legen. Sein großer Traum war es, als professioneller Sportler nicht nur auf dem Feld ein Vorbild zu sein, sondern auch daneben. In seiner Jugend spielte er zwei Jahre an einer amerikanischen Highschool, bevor er an einer amerikanischen Universität fünf Jahre in der ersten Division der NCAA als Spieler aktiv war.

Während er auf dem Spielfeld gern ein Anführer ist und stets sein Bestes zeigen will, so ist er neben dem Feld nicht weniger aktiv. Während seiner Spielzeit am College studierte Kris Business Marketing, sein größtes Hobby ist Lernen. Hierbei bezieht er sich jedoch nicht nur auf Basketball, sondern auf Alles im Leben. Obwohl er sich vor Spielen gern mit Musik in seine eigene mentale Stimmung bringt, so liest er in seiner Freizeit auch gerne, hört sich Vorträge an und informiert sich über aktuelle politische Themen. Für ihn ist es wichtig, ein Leben lang zu lernen und mit der Zeit zu gehen. Um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: „Man darf niemals aufhören, zu lernen!“.

Nach seinem Studium wollte Kris seinen Traum als professioneller Spieler endlich verwirklichen und war in den nächsten Jahren in vielen verschiedenen Ländern beheimatet. Er spielte in Großbritannien, Island, Frankreich, der Tschechischen Republik, Bulgarien und Zypern, zumeist in den höchsten Ligen. Für ihn war nicht nur das Spielen, sondern auch das Reisen eine tolle Erfahrung, er konnte viel Lernen und sagt über sich selbst, dass er dadurch zu einem besseren Menschen geworden ist.

Doch seine größte Hürde sollte noch kommen, als er in Deutschland für die Mustangs spielte und sich in einem Land, dessen Sprache er nicht versteht, verloren geglaubt hat. Als wir ihn zu seinen Gefühlen über die Zeit gefragt haben, so wandelte sich sein Ausdruck und seine Worte wurden ernster, jedoch keinesfalls hasserfüllt. Im Gegenteil: Obwohl er die Situation als große Herausforderung empfand und ihn viele Zweifel heimgesucht haben, so gab er niemals auf. Trotz einer Zeit, in der er kein Geld für Essen hatte, in einer Flüchtlingsunterkunft leben musste und nicht wusste, ob er jemals wieder das Land verlassen würde, besann er sich auf die Worte seines Vaters, auf seine Freunde Zuhause und seine Familie. Wie hätte er aufgeben können, wenn er doch ein Vorbild ist? Also tat er das, was er immer tut: Hart arbeiten, niemals aufgeben und für das einstehen, was ihm zusteht. Abschließend sagt er über seine Vergangenheit mit den Mustangs, dass es eine der schwierigsten Zeiten seines Lebens war, aber ihm dennoch geholfen hat, zu dem Mann zu werden, der er Heute ist.

Nichtsdestotrotz ist Kris sehr glücklich darüber, nun für uns in Herford zu spielen. An dieser Stelle sei gesagt, dass er jedem seiner Mitspieler und jedem Mitglied der Organisation und des Vorstands Dankbar ist, dass man ihn hier so freundlich empfangen hat. Die Wunden vergangener Zeiten seien zwar noch nicht völlig verheilt, doch das Umfeld hier in Herford würde ihm sehr gut tun. Zum jetzigen Zeitpunkt, so sagt Kris, ist Herford genau der richtige Ort für ihn und er freut sich bereits darauf, in der Saison zu zeigen, was er kann. Er ist ein Wettkämpfer, ein Athlet und belesener Mann, aber zuallererst und zuallerletzt ist er ein Vorbild. Nichts beweist das mehr, als seine Vergangenheit. Denn trotz schwieriger Zeiten, komplizierten Entscheidungen und langen und einsamen Tagen blieb er in Deutschland, blieb sich selbst treu, und erhob sich so aus seinem Leid, wie ein Phoenix aus der Asche.

Uns bleibt nicht mehr viel übrig als zu sagen: Herzlich willkommen in Herford, Kris! Wir freuen uns auf dich, so wie du dich auf unsere Fans freust!

Wie ist eigentlich…?

Wie ihr euch sicher anhand des Titels denken könnt, so ist diese Kategorie nicht darauf beschränkt, die Stärken eines Spielers oder eines Verantwortlichen unseres Vereins zu beleuchten. Im Gegenteil: Wir wollen euch hier zeigen, was die Person zu dem gemacht hat, was sie Heute ist und euch gegebenenfalls mit dem ein oder anderen Rat versorgen, welcher ihnen geholfen hat. Das Privatleben unserer Interviewpartner wird hierbei in den Vordergrund gestellt, um euch zu zeigen, wie unsere Spieler und Mitarbeiter denken und handeln.